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In der täglichen
Wahrnehmung der Energiefrage ist das Hauptproblem aus Sicht der Menschen
in Entwicklungsländern sicherlich die Energiearmut, d.h. der mangelnde
Zugang zu Energie in ausreichender Menge und Qualität. Die Energieversorgung
von rund 2,4 Mrd. Menschen hängt, insbesondere in ländlichen
Gebieten Asiens und Afrikas, überwiegend oder vollständig von
der Nutzung von traditioneller Biomasse (Brennholz, Holzkohle oder Dung)
zum Kochen und Heizen ab. Problematisch sind aus Sicht dieser Menschen
vor allem drei Dinge. Erstens ist die Beschaffung des Brennmaterials für
die meisten von ihnen mit großen Strapazen verbunden. Zweitens können
sie die Biomasse im Normalfall nur für den sehr eingeschränkten
Bereich der Wärmenutzung (und nicht z.B. für Elektrizität)
einsetzen. Und drittens geht von der Nutzung meist eine erhebliche Gesundheitsgefährdung
durch den Schadstoffausstoß in Innenräumen aus (siehe nächste
Folie). Zudem ist davon auszugehen, dass der größte Teil dieser
Biomasse nicht in nachhaltiger Form bereitgestellt wird, dass also ihre
Entnahme aus der Natur die Regenerationsfähigkeit der entsprechenden
Ökosysteme weit übersteigt.
In den Entwicklungsländern
werden durchschnittlich 35% der Energie aus Biomasse gewonnen, in Teilen
Afrikas erreicht dieser Anteil bis zu 90%. Nach Schätzungen der IEA
wird die Zahl derer, die mit traditioneller Biomasse kochen und heizen
von derzeit 2,4 Mrd. bis 2030 auf 2,6 Mrd. Menschen ansteigen (WBGU 2003).
Es bleibt eine wichtige globale Herausforderung, diesen Menschen einen
Zugang zu "moderneren" Energieformen zu ermöglichen, v.a. zu Elektrizität
- zweifellos eine wichtige Voraussetzung sowohl für Wohlstand als
auch für Bildung, die wiederum eine zentrale Voraussetzung für
Wohlstand darstellt.
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| © GERMANWATCH zuletzt geändert am 27.5.04 von Gerold Kier |