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Die beiden zuvor genannten Aspekte - Energiearmut und Ausstoß konventioneller Schadstoffe - treten in den Industriestaaten gegenüber anderen Problemen immer stärker in den Hintergrund. Hierzu gehört in entscheidendem Maße die Versorgungssicherheit, deren Nichtvorhandensein letztlich die Energie"armut" für die energiehungrigen Industrieländer und Reichtumsoasen in Entwicklungsländern darstellt.

Ein entscheidendes Qualitätskriterium eines Energieversorgungssystems ist es, dass die Energie zeitlich und mengenmäßig in zuverlässiger Weise geliefert wird. Geschieht dies nicht, kommt es im günstigsten Fall nur zu Komforteinbußen bei Endverbrauchern, bei größeren Ausfällen aber zu erheblichen wirtschaftlichen Schäden bis hin zur Gefährdung von Menschenleben oder gar der Sicherheit ganzer Gesellschaften.

Es macht im Hinblick auf die Versorgungssicherheit einen deutlichen Unterschied, ob der größte Teil des Vorkommens eines Energieträgers - wie im Fall des Öls - auf wenige Länder verteilt ist, deren politische Zukunft zudem schwer vorauszusehen ist. Oder ob - wie im Falle der Erneuerbaren Energien - die Energie fast weltweit gewonnen werden kann.

Doch nicht nur räumlich, auch zeitlich gibt es Grenzen für die Verfügbarkeit von Energieträgern. So wird das Maximum der Erdölförderung entweder bereits überschritten - wie von manchen Fachleuten argumentiert wird - oder aber in wenigen Jahren erreicht (siehe Grafik). So geht die Internationale Energie-Agentur (IEA) von einem Spitzenausstoß an konventionell förderbarem Öl etwa im Jahr 2013 aus. Die US Energy Information Administration (EIA) kommt mit optimistischen Annahmen auf 2030 oder später.

Doch bei allen Unterschieden bezüglich der noch verbleibenden Erdölvorräte scheint eines unstrittig: Die preiswert zu erschließenden Vorkommen neigen sich dem Ende zu, so dass die Förderung immer teurer und der Ölpreis somit immer höher wird. Die wichtigste Energiequelle der Weltwirtschaft wird demnach in Zukunft eine andere sein müssen.

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zuletzt geändert am 21.5.04 von Gerold Kier