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Massive Schäden
durch den menschgemachten Klimawandel werden sich nicht mehr ganz abwenden
lassen. Um aber einen Temperaturanstieg von mehr als 2 Grad und damit die
gefährlichsten Auswirkungen zu vermeiden, ist ein ambitionierter "Klimaschutz-Fahrplan"
unerlässlich. Dessen Stationen - in Form von bereits eingegangenen
Verpflichtungen sowie von Forderungen und Empfehlungen wichtiger Akteure
- sollen im Folgenden kurz skizziert werden.
1990: Basisjahr für alle hier genannten Ziele, soweit nicht anders angegeben 2000: Ziel der UN-Klimarahmenkonvention: Rückführung der Emissionen von Treibhausgasen (THG) in den Industrieländern auf das Niveau von 1990 (rechtlich unverbindlich) 2008-12: 2. EU-Emissionshandelsphase und 1. Kyoto-Verpflichtungsperiode (THG-Emissionsziele: EU -8%, Industrieländer gesamt -5%) 2020: Ansätze zu THG-Emissionszielen: Wenn die EU -30% beschließt, dann wird das deutsche Ziel -40% betragen (Koalitionsvereinbarung vom 16.10.02, siehe www.germanwatch.org/kliko/ks07kv.htm); Industrieländer -20% (Empfehlung des WBGU 2003, Sondergutachten "Über Kioto hinaus denken", siehe www.wbgu.de) 2050: THG-Emissionsziele (Vorschläge und Forderungen): -50% global und -75 bis -80% in Industrieländern (Jean-Pierre Raffarin, französischer Premierminister, am 19.2.03: "Die Ziele sind bekannt und genau. Es geht darum, die Treibhausgasemissionen vor 2050 auf globaler Ebene zu halbieren. Für uns Industrieländer bedeutet das ein Teilen durch 4 oder durch 5." Siehe www.germanwatch.org/kliko/k25f+uk.htm), EU -60% (Tony Blair, britischer Premierminister, am 24.2.03: "Wir arbeiten intensiv mit unseren europäischen Partnern, um ein 60%-Ziel für die EU als Ganzes zu verabschieden (...) Ich möchte heute klar sagen, dass wir für Großbritannien das Ziel der Royal Commission einer Emissionsreduktion um 60 % bis 2050 übernehmen. Und ich fühle mich verpflichtet, uns für die nächsten Jahre auf den Weg hin zu diesem Ziel zu bringen.", siehe www.germanwatch.org/kliko/k25f+uk.htm); 80% CO2-Reduktion in Industrieländern (Climate Action Network CAN, weltweite Umwelt- und Entwicklungs-NGOs, die im Klimabereich aktiv sind; siehe www.germanwatch.org/kliko/ks10.htm); -50% weltweit, dementsprechend -70 bis -80% in Industrieländern (deutsche NGOs, siehe www.germanwatch.org/rio/spd2020.htm); 45-60% CO2-Reduktionen weltweit bis 2050 (WBGU, Quelle siehe oben). 2100: praktisch keine Netto-CO2-Emissionen mehr (Forderung von CAN, siehe www.germanwatch.org/kliko/ks10.htm) Zum Vergleich: Ein Kohlekraftwerk, das heute in Betrieb geht, wird bis Mitte der 2040er Jahre laufen. Die heutigen Planungen für zukünftige Kraftwerke (Inbetriebnahme erst in einigen Jahren!) bestimmen also über 2050 hinweg die Möglichkeiten, angemessene Langfristziele im Klimaschutz zu erreichen. Anders ausgedrückt: Mit den heute in die konkrete Planungsphase gehenden Kraftwerken müssen die mittelfristigen Klimaschutzziele bis hin zu 2050 erreichbar sein, der Grundstein für den Erfolg oder Misserfolg dieser Ziele wird folglich bereits mit heutigen Entscheidungen gelegt. Die Alternative, in den kommenden Jahrzehnten im Zuge schärferer Klimaschutzziele Kraftwerke weit vor dem Ende ihrer Betriebsdauer abzuschalten, wäre für die Betreiber und zuletzt auch volkswirtschaftlich äußerst kostenintensiv und somit politisch kaum durchsetzbar. |
| © GERMANWATCH zuletzt geändert am 27.5.04 von Gerold Kier |