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Die Frage, wie
sich die Zusammensetzung und Struktur der Energieversorgung entwickeln
wird, kann hier nur stichpunktartig behandelt werden. Ausführliches
Zahlenmaterial und Fachinformationen zu diesem Thema stellt die Internationale
Energie-Agentur (IEA) bereit, deren Sichtweise jedoch stark von der Perspektive
der (heutigen) Energiewirtschaft geprägt ist. Unabhängig davon
seien an dieser Stelle einige thesenhafte Grundüberlegungen aus Sicht
von Germanwatch genannt.
Eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Erneuerbare Energien einen hohen Anteil an der gesamten Energiemenge stellen, ist die massive Steigerung der Energieeffizienz auf der Seite der Energieverbraucher. Anderenfalls droht der Energiehunger den potentiellen Wachstumsmöglichkeiten der Erneuerbaren davonzulaufen. Eine zweite Grundüberlegung ist, dass sich durch eine dezentralere Energieversorgung - wie sie mit dem Ausbau Erneuerbarer Energien voraussichtlich einhergehen wird - große Vorteile ergeben. Dies gilt z.B. für Terroranschläge, die dezentralere Strukturen deutlich schwächer treffen. Es sprechen aber insbesondere Effizienzgründe für mehr Dezentralität, etwa weil der Aufbau von Leitungsnetzen dadurch teilweise vermieden werden kann und Transport- bzw. Leitungsverluste geringer sind. Im Vergleich zu Großkraftwerken ist Dezentralität auch eine Voraussetzung für den Erfolg von Kraft-Wärme-Kopplung und damit eine möglichst effiziente Nutzung fossiler Energieträger. Vieles spricht zudem dafür, dass dezentrale Strukturen der Energieversorgung demokratieförmiger und weniger anfällig für Korruption sind. Ob es im Solarzeitalter möglich sein wird, den Energieverbrauch eines Industrielands wie Deutschland allein aus heimischen Quellen zu decken, erscheint fraglich. Genauso wie heute werden wir vermutlich auch in Zukunft auf den Import von Energie angewiesen sein. Das Szenario stimmt jedoch deutlich hoffnungsvoller als die jetzige Situation, die von einem starken Schwerpunkt auf krisenanfällige Ölherkunftsländer geprägt ist: Eine deutlich größere Zahl an Regionen zählen zu den potentiellen Lieferanten für Erneuerbare Energien. |
| © GERMANWATCH zuletzt geändert am 27.5.04 von Gerold Kier |