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Sowohl für
den Käufer als auch für den Verkäufer sinken durch den Emissionshandel
die Kosten im Vergleich zu einem ordnungsrechtlichen Verfahren, bei dem
jeder Beteiligte ein festes, unflexibles Klimaschutzziel zugewiesen bekommt.
Das hier gezeigte Beispiel von zwei Industrieanlagen illustriert dies.
Beide Anlagen hatten vorher jeweils 40.000 t CO2-Ausstoß. Als Emissionsziel nehmen wir hier jeweils 30.000 t an, d.h. 75% der ursprünglichen Emissionen (im Fachjargon: ihr "Erfüllungsfaktor" ist 0,75). Beide Anlagen haben also nur noch Zertifikate für einen um 10.000 t (=25%) niedrigeren Ausstoß (diese Zahlen wurden hier gewählt, um mit runden Werten zu rechnen - die reellen Minderungsziele für 2008-2012 sind meist weitaus weniger ehrgeizig). Anlagenbetreiber 1 investiert nun 60.000 Euro und reduziert seine Emissionen damit um 20.000 t, investiert also 3 Euro pro reduzierter Tonne (Dass er letztlich 20.000 t einsparen wird, lässt sich so exakt erst im Nachhinein, also nach Durchführung der Maßnahme, bilanzieren. Die "tonnengenaue" Vorhersage über die Emissionsminderung durch eine Maßnahme ist normalerweise nicht möglich.) Für Anlage 2 würden die Investitionskosten demgegenüber bei 8 Euro pro reduzierter Tonne liegen, weshalb sich ihr Betreiber entschließt, von Anlagenbetreiber 1 Zertifikate zu kaufen. Der Marktpreis sei in diesem Beispiel 7 Euro pro Tonne, dementsprechend muss der Anlagenbetreiber 70.000 Euro für Zertifikate bezahlen, was 10.000 Euro weniger ist, als er für eine eigene Klimaschutzinvestition hätte zahlen müssen. Anlagenbetreiber 1 verdient folglich 10.000 Euro (70.000 Euro Einnahme minus 60.000 Euro Investition). Ohne Emissionshandel hätte er einen Verlust gemacht, denn er hätte (bei 3 Euro pro eingesparter Tonne) 30.000 Euro investieren müssen, um sein Emissionsziel von minus 10.000 Tonnen zu erreichen, und hätte keinerlei Möglichkeiten gehabt, Einnahmen aus dem Verkauf von Zertifikaten zu erwirtschaften. Der Emissionshandel leistet folglich zweierlei. 1.) Aus Sicht des Klimaschutzes: es können damit ehrgeizigere Ziele formuliert werden, da die Kosten der Umsetzung sinken, d.h. für die insgesamt eingesetzte Geldmenge können mehr Emissionsminderungen erzielt werden. 2.) Aus finanzieller und wirtschaftlicher Sicht: festgelegte Emissionsziele (wie z.B. die für 2008-2012 bereits jetzt feststehenden Ziele der EU-Mitgliedstaaten) können kostengünstiger erreicht werden. |
| © GERMANWATCH zuletzt geändert am 21.12.03 von Gerold Kier |