|
Ein solches Wachstum
des Flugverkehrs wäre noch zu verkraften, wenn man es durch sparsamere
Flugzeuge wieder kompensieren könnte. Laut IPCC ist bis 2050 eine
Senkung des Durchschnittsverbrauchs von Flugzeugen pro Personenkilometer
um 40-50% möglich - weitaus weniger als das erwartete Wachstum. Allerdings
ist zu befürchten, dass dies zu Lasten einer höheren Kondensstreifenbildung
geht, die wiederum eine starke Erwärmungswirkung haben. Auch mit einem
Anstieg des Stickoxid-Ausstoßes müsste dann gerechnet werden.
Ein Wechsel des Flugtreibstoffs Kerosin zu Wasserstoff ist keine Lösung,
denn auch dies würde zu stärkerer Kondensstreifenbildung führen.
Selbstverständlich ist eine weitere technische Optimierung sinnvoll
und wichtig. Dennoch wird - auch bei Ausschöpfung der technischen
Möglichkeiten - aufgrund des erwarteten starken Wachstums des Flugverkehrs
auch seine Wirkung auf die Erderwärmung stark ansteigen. Alleine im
Zeitraum 1990-2012 wird mit einem Anstieg der Flugverkehrsemissionen gerechnet,
der in der Größenordnung der gesamten im Kyoto-Protokoll festgeschriebenen
Emissionsreduktionen liegt, die den internationalen Flugverkehr ja gar
nicht umfassen (Quelle: eigene Berechnung auf Grundlage von UNFCCC 1999:
FCCC/SBSTA/1999/MISC.8). Eine Möglichkeit gäbe es allerdings,
die Erwärmungswirkung pro Personenkilometer (und noch deutlicher pro
Reisenden-Stunde) drastisch zu senken: eine erhebliche Reduzierung der
Fluggeschwindigkeit, wenn dafür entsprechend optimierte Flugzeuge
eingesetzt würden.
|
| © GERMANWATCH zuletzt geändert am 29.4.03 von Gerold Kier |