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Die Ratifizierung
durch Rußland und die USA ist eine der wesentlichen nun anstehenden
Herausforderungen. Zum einen, um das Protokoll in Kraft treten zu lassen,
zum anderen, um das größte Schlupfloch, nämlich die Nichtteilnahme
der USA am Kyoto Protokoll, zu schließen. Die USA ist mit einem Anteil
von 25 Prozent an den globalen CO2-Emissionen der weltweit größte
Emittent.
Auch bei der Gestaltung des Kyoto Protokolls sind noch einige wichtige Punkte offen. Die Kriterien für den Clean Development Mechanism müssen so ausgelegt sein, dass sie sowohl Klimaschutz als auch Entwicklung fördern. Noch sind einige wichtige Details nicht festgelegt. Auch die Frage, mit welchen Maßnahmen man die Anpassung an den Klimawandel fördern kann und soll ist noch ungeklärt. Spätestens ab 2005 muß dann darüber verhandelt werden, welche Verpflichtungen Industrie- und Entwicklungsländer in der 2. Verpflichtungsperiode des Kyoto Protokolls eingehen werden. Klimaschutz muß auch verstärkt in andere Projekte der Entwicklungszusammenarbeit integriert und hier berücksichtigt werden, um Kohärenz zu schaffen und Synergieeffekte zu nutzen. Kohärenz und Synergieeffekte sind ebenso auf politischer Ebene wichtig, z.B. bei der Gestaltung der Biodiversitätskonvention, der Konvention zur Bekämpfung der Desertifikation oder bei den Kriterien für Hermesbürgschaften. Hermes z.B. bürgt noch immer mit staatlichen Mitteln für Exporte, die in klimaschädliche Vorhaben fließen. Noch völlig ungeklärt ist die Frage, wer für die Folgen des Klimawandels, die vor allem Entwicklungsländer hart treffen, haftet. Zur Zeit klafft hier eine Gerechtigkeitslücke zwischen Hauptverursachern und Hauptbetroffenen. Klar ist, dass die Schäden, die durch den Klimawandel verursacht werden, weiter ansteigen werden. Noch völlig unklar ist, wie eine Struktur der internationalen Verantwortungsübernahme gegenüber den Folgen des Klimawandels aussehen kann. Dieser Frage geht die Klima-AUSBADE-Kampagne von Germanwatch nach. |
| © GERMANWATCH zuletzt geändert am 1.3.03 von Gerold Kier |