| (1) Flut
an Land - Ebbe im Portemonnaie: Bangladesch und seine lange Küste
Bangladesch, eines der ärmsten Länder der Welt, ist zugleich
eines der Länder, das am stärksten vom erwarteten Meeresanspiegelanstieg
betroffen sein wird. Flutereignisse haben bereits in den letzten Jahrzehnten
Schäden bis hin zu 100 Kilometer landeinwärts verursacht (UNEP/GRID-Arendal:
o.S.).
Mit etwa 1000 Menschen pro Quadratkilometer hat Bangladesch eine der
höchsten Bevölkerungsdichten der Welt, was ungefähr dem
vierfachen Wert Deutschlands entspricht. Viele Menschen sind aufgrund des
hohen Bevölkerungsdrucks gezwungen, in flutgefährdeten Gebieten
zu leben (Münchener Rück, 2000: 82). Bei einem Anstieg des Meeresspiegels
um 50 cm rechnet man mit einer Verdoppelung der Zahl der gefährdeten
Menschen. Diese Gefährdung steht in Abhängigkeit zu den getroffenen
Schutzmaßnahmen bzw. zu den notwendigen finanziellen, personellen
und technischen Kapazitäten, diese durchzuführen. Bangladesch
hat diese notwendigen Kapazitäten nicht, anders als z.B. die Niederlande,
die ebenfalls stark vom Meeresspiegelanstieg bedroht sind. Gäbe es
in den Niederlanden keine Schutzmaßnahmen, so wären statt 24.000
Menschen ca. 3,7 Millionen Menschen den Risiken einer Überflutung
ausgesetzt (McMichael et al., 1996: 150).
Würde der Meeresspiegel um einen Meter ansteigen, so würde
die Hälfte von Bangladeschs Reisfeldern überflutet werden (siehe
Abbildung in Abschnitt I A 1). Die Weltbank (1999/ 2000) errechnet hier
einen Verlust von 3,2 Milliarden US Dollar. Viel erheblicher ist jedoch
die Frage, wer die Verantwortung hierfür übernimmt. Wer wird
den Millionen von Obdach- und Landlosen Asyl gewähren?
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Abb.12: Mögliche Auswirkungen
des Meeresspiegelanstiegs auf Bangladesch (Quelle: UNEP/GRID Arendal, o.J.:
31)
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| (2) Interessiert
Sie nicht die Bohne?
Bei einem Temperaturanstieg von 2 Grad Celsius würde in Uganda
die für den Anbau von Robusta Kaffee geeignete Fläche drastisch
reduziert. Nur die höher gelegenen Gebiete im Südwesten des Landes
wären noch nutzbar. Die restlichen Flächen lägen in Gebieten,
die zu heiß wären, um Kaffee anbauen zu können. Kaffee
ist zur Zeit Ugandas Exportgut Nummer eins. Ein Großteil der Exporteinnahmen
werden hierdurch erwirtschaftet. Dies verdeutlicht beispielhaft die hohe
Verletzbarkeit von Entwicklungsländern für den Klimawandel, deren
Wirtschaft oftmals in hohem Maße von nur ein oder zwei landwirtschaftlichen
Produkten abhängt. |
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Abb.13: Die Auswirkungen
des Temperaturanstiegs auf Robusta Kaffee in Uganda (Quelle: UNEP/GRID-Arendal,
o.J.: Abb. 35)
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| (3) Mücken
auf Höhenflug
Die untenstehende Abbildung verdeutlicht die Auswirkungen des Klimawandels
auf die Verbreitung von Malaria. Übertragen wird Malaria von der Anopheles-Stechmücke,
die den krankheitsverursachenden Organismus (Plasmodium vivax) in sich
trägt. Vor allem Temperatur und Niederschlag beeinflussen die Ausbreitung
von Brutgebieten der Anophelesmücke und damit der Malaria-Risikogebiete.
Die Möglichkeit, an Malaria zu erkranken, würde besonders in
Südostasien, Südamerika und Teilen Afrikas enorm ansteigen. Wie
stark das Risiko steigt, hängt allerdings auch von sozioökonomischen
Faktoren wie Bildung und Programmen zur Kontrolle der Malaria ab. Malaria
zählt bereits heute zu den weltweit häufigsten Todesursachen.
Oftmals verhindert Armut eine erfolgreiche Behandlung. Malaria wiederum
fördert Armut.
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Abb. 14: Ausweitung der Malaria-Risikogebiete
durch den Klimawandel (Quelle: UNEP/GRID-Arendal, o.J.: Abb. 40)
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