| Gäbe es den natürlichen Treibhauseffekt nicht,
wäre menschliches Leben auf der Erde nicht möglich. Die globale
Mitteltemperatur läge bei -18°C und somit 33°C unter dem heutigen
Mittelwert von +15°C. Der Treibhauseffekt hat also eine ähnliche
Funktion wie eine Heizung. Die Treibhausgase, lassen die einfallende kurzwellige
Sonnenstrahlung ungehindert passieren, vermindern jedoch zugleich die langwellige
Wärmeabstrahlung ins Weltall. Hierdurch kommt es zu einer Aufheizung
der Erdoberfläche bis zu einem Gleichgewichtszustand, der gegenwärtig
im globalen Mittel bei 15° C liegt.
Zu den wichtigsten Treibhausgasen zählen Wasserdampf (H2O), Kohlendioxid
(CO2), Methan (CH4) Distickstoffoxid (N2O) und Ozon (O3). Der Mensch produziert
seit 1940 aber auch industrielle Treibhausgase wie die Fluorchlorkohlenwasserstoffe
(FCKW) und seit ca. 1970 die voll- und teilhalogenierten Hydrofluorkohlenstoffe
(HFCs bzw. HFCKW), Perfluorkohlenstoffe (PFCs) und Schwefelhexafluorid
(SF6). Diese kamen vorher nicht in der Atmosphäre vor. (Seiler/Hahn,
1998: 115). Die Treibhauswirkung der einzelnen Gase ist unterschiedlich.
Auf 100 Jahre betrachtet hat ein Methan-Molekül z.B. dasselbe Treibhauspotential
wie 21 CO2-Moleküle, ein FCKW-Molekül trägt 14.000 - 17.000
mal soviel zum Treibhauseffekt bei wie ein CO2-Molekül. Da jedoch
die Gesamtmenge des von Menschen ausgestoßenen CO2 um ein Vielfaches
größer ist als die der anderen Treibhausgase, trägt insgesamt
das CO2 am meisten zum anthropogenen Treibhauseffekt bei.
Die Treibhausgase machen zwar nur einen geringen Gesamtanteil von etwa
einem Prozent in der Atmosphäre aus, ihr Einfluss auf die Temperatur
ist aber entscheidend. Ein Anstieg ihrer Konzentration in der Atmosphäre
muss zu einer Veränderung des globalen Klimas führen. Diese Schlussfolgerung
wird von Klimaforschern generell akzeptiert (Seiler/Hahn, 1998: 115, vgl.
auch IPCC, 1990).
|
|
Abb.1: Der Treibhauseffekt
(Quelle: DKRZ, Postergalerie; www.dkrz.de)
|
|
| Der Mensch verändert seit der industriellen Revolution
in bedeutendem Maße die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre
und ergänzt damit die Treibhauswirkung des natürlichen Treibhauseffektes.
Dies geschieht insbesondere durch die Verbrennung von Kohle, Öl und
Gas sowie die Landwirtschaft und eine veränderte Landnutzung (IPCC,
1996b: 21). Die Konzentration von Kohlendioxid (CO2) ist seitdem um etwa
28% (von 280 auf 370 ppm), Methan (CH4) um 145% und Lachgas (N2O) um ungefähr
13% angestiegen. Die heutigen Werte wurden im Laufe der natürlichen
Evolution seit 160.000 Jahren (bei CO2 wahrscheinlich seit 20 Millionen
Jahren) nicht erreicht, sind also einmalig seit es menschliche Hochkulturen
gibt. Die klimatische Entwicklung und Zusammensetzung der Atmosphäre
der letzten 160.000 Jahre können Wissenschaftler mittels Daten aus
Eiskernbohrungen rekonstruieren. (IPCC, 1996b: 21).
Weiter... |
|
Abb.2: Die wichtigsten Treibhausgase
- eine Übersicht (Quelle: Horstmann, 2000:7) |
|