"The balance of evidence suggests that there is a discernible
human influence on global climate" (IPCC, 1996a: 5)
"There is new and stronger evidence that most of the warming observed
over the last 50 years is attributable to human activities" (IPCC,
2001a: 10)
Das Phänomen des durch den Menschen verursachten, anthropogenen oder
zusätzlichen Treibhauseffektes ist bereits 1896 dem schwedischen Chemiker
Svante Arrhenius aufgefallen ("On the influence of Carbonic Acid in the
Air upon the Temperature of the Ground", Philosophical Magazine 41, 237
(1896)). Der Zusammenhang mit den beobachteten Klimaveränderungen
jedoch, insbesondere dem Anstieg der mittleren globalen Luft- und Meeresoberflächentemperatur
von 0,3 - 0,6°C und dem Meeresspiegelanstieg von 10-25 cm (IPCC, 1996a:
4f, 26-30), wurde erst seit Ende der 1970er und dann ganz prominent zu
Beginn der 1990er Jahre durch das Intergovernmental Panel on Climate Change
(IPCC) deutlich herausgestellt. Der IPCC ist ein Ausschuss von weltweit
etwa tausend Wissenschaftlern, die sich mit dem globalen Klimawandel befassen.
Sie dürfen in ihrem Konsensreport nur Aussagen aufnehmen, die vorher
in wissenschaftlich überprüften Zeitschriften erschienen sind.
Ihre Aussagen sind weltweit wissenschaftlich hoch anerkannt.
Die bereits beobachtete Zunahme anthropogener Treibhausgase ist eine
der drei Beobachtungen, auf die der IPCC seine Aussage über die globalen
Klimaänderungen durch den Menschen stützt. Die zweite Beobachtung
ist der Zusammenhang zwischen der globalen Mitteltemperatur und der Treibhausgaskonzentration
der letzten 160.000 Jahre. Die dritte sind Hochrechnungen anhand von Klimamodellen,
die bei einer Verdoppelung der CO2-Konzentration eine globale Erwärmung
bis 2100 um 1,4 - 5,8°C voraussagen. Dies wäre eine Erwärmung
mit einer Geschwindigkeit, wie sie in den letzten 10.000 Jahren nicht zu
beobachten war (IPCC, 2001a: 13; Graßl, 1998: 12; Bolin, 1998: 352).
Das letzte Jahrzehnt hat den Trend steigender globaler Durchschnittstemperaturen
sehr deutlich hervortreten lassen. Zwischen 1990 und 1997 waren 84% aller
Monate wärmer als die globalen Mittelwerte von 1961 bis 1990 (Hupfer/Schönwiese,
1998: 100), neun der heißesten Jahre seit dem Beginn der Temperaturaufzeichnungen
1866 hatten wir seit 1988 zu verzeichnen; sechs der ersten acht Monate
1998 waren seit Temperaturaufzeichnung die wärmsten und der Juli 1998
war der heißeste Monat überhaupt (Retallack/Bunyard, 1999: 60).
Verschiedene Klimawissenschaftler haben übereinstimmend in Studien
mit unterschiedlicher Vorgehensweise ermittelt, dass die beobachtete Temperaturerhöhung
sich ohne das Zutun des Menschen nicht mehr erklären lässt. "There
is new and stronger evidence that most of the warming observed over the
last 50 years is attributable to human activities," heißt es beim
IPCC (2001a: 10) .
Eine Studie der Universität Frankfurt hat dies jüngst noch
einmal bestätigt. Sie hat mit statistischen Methoden einen erkennbaren
menschgemachten globalen Klimawandel mit über 99% Wahrscheinlichkeit
nachgewiesen (Grieser/ Staeger/ Schönwiese, 2000: vi).
Zu den Unsicherheiten in der Klimaforschung gehört zur Zeit noch
die Wirkung von Aerosolen in der Atmosphäre. Aerosole sind Staubteilchen,
die durch industrielle Prozesse in die Atmosphäre gelangen und vermutlich
im Durchschnitt eine kühlende Wirkung haben.
Schwierig zu bestimmen sind auch wichtige Faktoren wie z.B. der Einfluss
von Schwankungen des globalen Kohlenstoffkreislaufs auf den CO2-Gehalt
in der Atmosphäre oder die Wechselwirkung zwischen dem Klimasystem
und den Ozeanen (IPCC, 1996a: 197). Da es in komplexen Systemen wie der
sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung von Gesellschaften oder im Klimasystem
prinzipiell nicht behebbare Ungewissheiten gibt, wird man dauerhaft den
Umfang und die Geschwindigkeit der Erwärmung nur in einer gewissen
Bandbreite ermitteln können. Derzeit geht man für das 21. Jahrhundert
von einer Temperaturerhöhung aus, die ohne entschiedene Klimapolitik
zwischen 1,4 und 5,8 Grad Celsius liegen wird.
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Abb.3: Abweichung der globalen
Mitteltemperatur 1860 - 1998 (Quelle: IPCC, 2001c)
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