| Schon heute ist klar: Ein Teil des globalen Klimawandels
lässt sich nicht mehr abwenden. Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel
werden notwendig. Die Zahl der Klimaopfer nimmt zu. Die Täter sind
bekannt. Aber niemand kann bislang für die Schäden zur Verantwortung
gezogen werden, unter denen vor allem die Ärmsten in den Entwicklungsländern
leiden. Dies ist kein Zufall, sondern beruht auf einer "organisierten Verantwortungslosigkeit".
Dies muss nicht so bleiben.
Fonds- und Versicherungslösungen, bei denen die Verursacher die
Prämie zahlen, könnten eine wichtige Rolle spielen. Richtig gestaltet,
könnten sie einerseits einen Anreiz zur Verringerung der Emissionen
leisten, andererseits dringend notwendiges Geld für Anpassungsprozesse
und zur Schadenregulierung bereitstellen. Auch das internationale Völkerrecht
entwickelt sich weiter. Ist es denkbar, dass die hauptverantwortlichen
Staaten in Zukunft zur Verantwortungsübernahme gezwungen werden? Mit
der Zunahme der Schäden wird auch der entsprechende Handlungsdruck
zunehmen. Ernsthaft werden inzwischen auch in unterschiedlichen Staaten
verschiedene Möglichkeiten geprüft, Unternehmen vor Gericht zu
bringen, die erhebliche Mengen von Treibhausgasen ausstoßen. Keine
Regierung muss bislang zurücktreten, weil sie das Schicksal kommender
Generationen zum Bestandteil einer Wette macht, die möglicherweise
viele Millionen von Menschen mit Tod oder Existenzverlust bezahlen müssen.
Noch muss sich kein Politiker vor einem internationalen Gerichtshof verantworten,
kein Unternehmen Schadensersatz zahlen. Kann die organisierte Verantwortungslosigkeit
beendet werden?
Es wird Zeit, dass die Verantwortlichen die Verantwortung übernehmen.
Der globale Klimawandel darf nicht zum großen perfekten Verbrechen
dieses Jahrhunderts werden.
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