| Protest gegen den Emissionshandel
oder gegen das Klimaschutzziel?
Einige energieintensive Unternehmen,
die in Bausch und Bogen die EU-Richtlinie zum Emissionshandel ablehnen,
drängen den Kanzler, ihre Position zu unterstützen. Warum die
Aufregung? Das deutsche Klimaschutzziel für das Jahr 2012 - 21 Prozent
Reduktion gegenüber 1990 - liegt fest. Auch, wie viel die Wirtschaft
leisten soll, ist im Klimaschutzprogramm der Regierung festgeschrieben.
Niemand fordert, dass der Anteil der Wirtschaft gegenüber der Selbstverpflichtung
erhöht wird. Nur: Durch den Emissionshandel wird das Umweltziel in
absolute Zahlen umgerechnet und mit Sanktionen versehen. Im Gegenzug hat
das Unternehmen mehr Flexibilität. Der Widerstand bringt die bisherige
Klimaschutzselbstverpflichtung der deutschen Wirtschaft in Misskredit.
Nur Unternehmen, die die existierenden Klimaschutzziele nicht erreichen
wollen, müssen Angst vor Sanktionen haben. Ist beim Protest gegen
den Emissionshandel eigentlich das deutsche Klimaschutzziel gemeint?
Oder geht es nur um das "wie" des
Emissionshandels? Darüber kann man reden.
Christoph Bals |