| Frage aus dem Himalaya
Seit wenigen Tagen bin ich aus Indien
zurück, wo ich im Himalaya eine der hässlichen Fratzen des Klimawandels
zu sehen bekam. Die gesamte Hochkultur Laddakhs mit ihren gutmütigen
Menschen und Klöstern auf mehr als 3500 m Höhe scheint gefährdet.
Sie beruht fast ausschließlich auf durch Gletscherwasser gespeiste
Oasen in der Steinwüste des Himalayas. Da es kaum regnet, wächst
außerhalb der Oasen sogut wie nichts. Doch die wasserspendenden Gletscher
schrumpfen Jahr für Jahr - mit zunehmender Geschwindigkeit. In Kashmir
füllen sie jetzt schon einen Monat früher als üblich die
Flüsse. Bei ungebremstem Klimawandel sind die Gletscher in wenigen
Jahrzehnten verschwunden.
In den Tälern Nordindiens hängt
die Landwirtschaft für mehrere hundert Millionen (!) Menschen in der
Trockenzeit aber stark vom Gletscherwasser ab.
Ich versprach betroffenen Menschen,
folgende Frage an die deutsche Bundeskanzlerin weiterzugeben, die Ende
August in Grevenbroich-Neurath den Grundstein für das von RWE gebaute
größte Braunkohlekraftwerk der Welt legte: Werden Sie sich an
den Kosten für die Umsiedlung der betroffenen Menschen beteiligen
oder gar einige Millionen nach Deutschland aufnehmen?
Christoph Bals |