| Editorial
Es ist zu hoffen, dass die weitreichenden
Ergebnisse des EU-Frühjahrsgipfels nun auf verschiedenen Ebenen Eigendynamik
entfalten. Gerade die "feste und unabhängige Verpflichtung",
die eigenen Treibhausgase um mindestens 20 Prozent zu verringern, kann
auf internationaler Ebene das Signal aussenden: Die Zeit des mühsamen
Ringens um Lastenverteilung ist vorbei. Jetzt geht zumindest eine große
Region in die Offensive und möchte bei den Chancen des Technologierrennens
ins Solarzeitalter die Nase vorne haben. Für manche vielleicht ein
stärkerer Anreiz zum Nachziehen als moralische Argumente.
Die Messlatte ,für das nächste
"Spiel", den G8-Gipfel, hat EU- und G8-Präsidentin Merkel selber formuliert:
das strategische Ziel, den globalen Temperaturanstieg unter der Großgefahrenschwelle
von 2 Grad zu halten.
Dabei muss Merkel aufpassen, dass
ihr nicht das nationale Spiel international die Glaubwürdigkeit verhagelt.
Beim Emissionshandel gilt es eine Umverteilung in Richtung Braunkohle zu
unterbinden und den Einstieg in die Versteigerung zu schaffen.
Christoph Bals |