| Welche Zukunft?
Es ist kein Wunder, wie vehement
im Vorfeld des G8-Gipfels um den Klima-Abschlusstext gerungen wird. Es
geht um ein Signal, in welche klimapolitische Richtung die mächtigsten
Staaten die Welt treiben lassen: Erstens das Szenario Kollaps - der Klimawandel
kann sich weitgehend ungebremst entfalten. Zweitens das Szenario Globale
Apartheid - eine kleine Minderheit von Menschen sichert sich ihren privilegierten
Lebensstil und begrenzt das Recht der anderen auf Entwicklung - (angeblich)
dem Klimaschutz zu liebe. Drittens das Szenario Dialyse: die Welt am Tropf
derer, die großtechnisch das Wetter auf dem Globus manipulieren wollen.
Das derzeitige Auftreten der US-Regierung ist nur mit diesen Szenarien
vereinbar. Viertens das Szenario Kooperation - die Staaten einigen sich
auf einen fairen und verbindlichen, die Klimagefahr begrenzenden internationalen
Rahmen - viele Elemente eines solchen Vorschlags fanden sich im ersten
Entwurf der deutschen G8-Präsidentschaft. Das G8-Ergebnis sendet ein
wichtiges Signal für zentrale Weichenstellungen in den nächsten
zwei, drei Jahren. Der klimapolitische Erfolg des Gipfels entscheidet sich
daran, ob und wie sehr er die Chancen für das Szenario Kooperation
steigert.
Christoph Bals |