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> Nr. 51
Deutsche Umwelthilfe kritisiert
Kabinettsklausur-Vorlage
"Eingeknickt und zu kurz gesprungen"
Dem eigenen Anspruch, den kräftigen
Klimaworten der EU- und G8-Gipfel der ersten Jahreshälfte entsprechende
Taten folgen zu lassen, wird die Vorlage für die Kabinettsklausur
am 23./24. August trotz positiver Ansätze nicht gerecht.
Germanwatch dokumentiert Passagen
einer entsprechenden Analyse der Deutschen Umwelthilfe.
"(...) Wenn die Regierung in den
Kernbereichen ihres Maßnahmenkatalogs nicht entscheidend nachbessert,
wird sie ihr Minderungsziel weit verfehlen (...).
Im Eckpunktepapier für die Kabinettsklausur
ist nicht ansatzweise erkennbar, wie mit den vorgeschlagenen Maßnahmen
eine Reduktion des Stromverbrauchs um 11% (...) erreicht werden soll. (...)
Wir fordern von der Bundesregierung:
-
Ein sofortiges Verbot des Verkaufs und
Einbaus neuer Nachtstromspeicherheizungen
-
Ein Programm zum kurzfristigen und vollständigen
Ersatz derzeit betriebener Nachtstromspeicherheizungen bestehend aus einem
ausnahmelosen Verbot mit Stichtagen und einem Förderprogramm, um soziale
Härten zu vermeiden. (...)
Angesichts dieser Ausgangslage [Anm.
d. Red.: 45,5% der Emissionen kommen aus der Energiewirtschaft] ist das
eklatanteste Defizit des Eckpunktepapiers, dass sich die Bundesregierung
in keinem einzigen der vorliegenden 30 Vorschläge dazu äußert,
wie es mit dem größten und wichtigsten Bereich der Klimapolitik
nach 2012 weitergehen soll. Welchen Beitrag soll die Energiewirtschaft
zur Erreichung des 40%-Reduktionsziels bis 2020 liefern? (...)
Der Bundesumweltminister verkündete
in der Regierungserklärung vom 26. April 2007 das Ziel, den Anteil
hocheffizienter Kraftwerke, die sowohl Strom als auch Nutzwärme bereitstellen,
bis 2020 auf 25% der gesamten Stromerzeugung zu verdoppeln. Der Wirtschaftsminister
derselben Regierung stellt das soeben erst verkündete Ziel wieder
in Frage. Über alle wesentlichen Punkte zur Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung
(KWK) besteht Dissens.
Wir fordern von der Bundesregierung:
-
Eine klare Aussage, welchen Beitrag
die deutsche Energiewirtschaft zur Erreichung des 40%-Reduktionsziels leisten
soll
-
Auf EU-Ebene eine eindeutige Positionierung
der Bundesregierung für eine Umstellung des Emissionshandels auf eine
vollständige Versteigerung der Zertifikate ab 2013 (...)
-
Eine zügige Novelle des KWK-Gesetzes,
die den Rahmen für Investitionen in diesem Bereich so setzt, dass
das Ziel einer Verdoppelung des Anteils von Strom aus KWK auf 25% bis 2020
sicher erreicht wird. (...)
-
Die Einführung einer allgemeinen
Pflicht, insbesondere Mietwohnungen gegen Wärmeverluste zu dämmen.
Die Pflicht kann nach Gebäudearten und -alter gestaffelt werden. Wichtig
ist die Festlegung maximal zulässiger Energieverbräuche pro Quadratmeter
bei normalem Nutzungsverhalten.
-
Die Einhaltung dieser Pflicht ist nachzuweisen
und zu dokumentieren.
-
Für Mietgebäude, deren Besitzer
sich gegen eine energetische Sanierung sperren, werden Stichtage festgelegt,
ab denen den Mietern nur noch die Heizkosten eines gleichartigen sanierten
Gebäudes als Nebenkosten in Rechnung gestellt werden dürfen.
(...)
Während der durchschnittliche Steuerzahler
akzeptieren muss, dass Eigenheimzulage und Pendlerpauschale abgeschafft
bzw. vermindert werden, soll in Deutschland die Kostenübernahme bei
Anschaffung eines Dienstwagen in der bisherigen Höhe und unabhängig
von ihrem CO2-Ausstoß auch weiterhin gefördert werden."
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Vollständige Analyse "Eingeknickt und zu kurz gesprungen" der
DUH
zuletzt geändert
am 22.8.07