| KlimaKompakt Spezial
Nr. 39 / 22.5.07 |
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Die Staats- und Regierungschefs sind im Klimaschutz gefordert
Wenig Fortschritt bei UN-Klimaverhandlungen in Bonn
Die UN-Klimaverhandlungen in Bonn (7.-18.5.) brachten Fortschritte im Kleinen, traten jedoch bei den wirklich wichtigen Fragen auf der Stelle. "Diese Runde der UN-Klimaverhandlungen hat es in keiner Weise geschafft, die sich immer weiter öffnende Kluft zwischen Handlungsnotwendigkeit und Handlungstempo zu verkleinern", kommentiert Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch.
"Es bedarf jetzt zweierlei: Zum einen muss auf Regierungschefebene der Verhandlungsspielraum für die wichtigsten Staaten erweitert werden. Der G8-Gipfel Anfang Juni in Heiligendamm sowie die UN-Generalversammlung am 24. September bieten dazu zwei notwendige Plattformen. Wenn die Regierungschefs nicht das Verhandlungsmandat für ihre Delegationen erweitern, dann wird auch der Klimagipfel in Bali zum Schneckenrennen." Wichtig sei, so Bals, dass man sich nicht auf der Arbeitsebene in den zentralen Punkten auf nichtssagende Kompromisse einlasse. "Es ist ermutigend zu sehen, dass die Kanzlerin bereit zu sein scheint, nach dem EU-Gipfel im März jetzt zum zweiten Mal auf höchster Ebene um überfällige Fortschritte zu ringen. Wenn überhaupt, kann nur sie auf Chefebene die notwendigen Ergebnisse erreichen." Zentrale Punkte für die G8-Klimaagenda sind:
Die Ergebnisse der Sitzung der Nebenorgane SBSTA-26 und SBI-26, der Ad-Hoc-Arbeitsgruppe zu Verpflichtungen von Industrieländern (AWG-3) und dem dritten 'Dialog über langfristige gemeinsame Maßnahmen gegen den Klimawandel' vom 7.-18. Mai in Bonn waren insgesamt dürftig. Es bleibt zu hoffen, dass die vielen bilateralen Gespräche hinter den Kulissen mehr erbrachten als die offiziellen Verhandlungen und Gespräche. Zwar wurden die alarmierenden wissenschaftlichen Ergebnisse des Vierten Sachstandsberichts des IPCC immer wieder zitiert. Beschleunigt haben sie die Verhandlungsdynamik aber nicht wirklich.
"Lediglich in der Ad-Hoc-Arbeitsgruppe wurden in Präsentationen und der Zusammenfassung des Verhandlungsleiters einige Elemente festgehalten, die - wenn sie einmal Verhandlungsergebnis würden - das Fundament einer zukunftsweisenden Klimapolitik bilden könnten", kommentiert Germanwatch-Klimareferent Dr. Manfred Treber und führt aus: "Beispielsweise die Zielvorgabe, dass die weltweiten Emissionen in 10 bis 15 Jahren ihren Höhepunkt erreicht haben sollten. Oder eine angestrebte Emissionsminderung von 25 bis 40 Prozent für Industrieländer für die Zeit nach 2012, wenn die gegenwärtigen Verpflichtungen der ersten Phase des Kyoto-Protokolls auslaufen. Aber bisher unterstützt außer der EU und Norwegen keiner der Industrie-Staaten eine solche ernsthafte Rahmensetzung." Bei anderen substantiellen Themen, wie etwa zum immer stärker auf die Agenda kommenden Thema 'vermiedene Emissionen aus Entwaldung in Entwicklungsländern', konnten Texte mangels Konsens nicht verabschiedet, sondern lediglich nach Bali zur weiteren Verhandlung weitergereicht werden.
Zum Thema siehe auch:
| Redaktion:
Germanwatch e.V. Christoph Bals, Manfred Treber, Gerold Kier, Anika Busch |