| Das 17. Forum Globale Fragen des
Auswärtigen Amtes am 13. und 14. Juni 2007 in Berlin thematisierte
das 'Sicherheitsrisiko Klimawandel' - kürzlich erschien hierzu eine
ausführliche Tagungsdokumentation. Grundlage der Diskussion bot die
Vorstellung des neuveröffentlichten WBGU-Sondergutachtens mit gleichem
Titel durch Prof. Hans Joachim Schellnhuber (PIK). In seiner Rede erläuterte
Schellnhuber Sicherheitsgefahren: Wasser- und Nahrungsmittelknappheit sowie
Migration, die allesamt maßgeblich durch die Erderwärmung ausgelöst
werden können. Neben der effektiven Fortführung der internationalen
Klimapolitik rief Schellnhuber zu einer neuen "Entspannungspolitik" mit
Schwellenländern wie China und Indien auf. Er sprach sich weiter für
die Stärkung fragiler Staaten, für die Thematisierung von Umweltkonflikten
durch die UNO und die Klärung der Völkerrechtsfrage für
Klimaflüchtlinge aus.
Dieser umfangreichen Einleitung folgte eine intensive Debatte in vier Panels. Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch, nahm am Panel zur Fragestellung 'Klimawandel und Sicherheit - Neue Spannungen zwischen Nord und Süd' teil, wo er die zentrale Rolle der Vertrauensbildung zwischen den Ländern im Norden und denen des Südens betonte. Diese und darauf aufbauende, möglichst langfristige, verbindliche Rahmenbedingungen seien für die Außenpolitik, aber auch für ein großflächiges Umschichten von Investitionen im Finanzmarkt eine Voraussetzung. In diesem Sinne sei es wichtig, die derzeitigen Chancen zum Klimaschutz zu nutzen: ernsthafte Verhandlungen für ein Post-2012-Abkommen, bei dem die Industrieländer, indem sie mutig die Führung übernehmen, die Grundlage legen könnten, damit auch die Schwellenländer sich zu ernsthaftem Klimaschutzpolitiken verpflichten. Gerade auch unter dem Aspekt der Sicherheitspolitik gehören dazu umfassende Anpassungsmechanismen, ganz besonders in den zerbrechlichen Staaten Afrikas, sowie ein wirkungsvolles Anreizpaket gegen die Entwaldung. >>
Tagungsdokumentation [PDF, 2,9 MB]
|
![]() |