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Umweltverbände kritisieren Reformvorschläge
zur EU-Zuckermarktverordnung
Agrarminister müssen nachbessern
Gemeinsame Pressemitteilung von
WWF, AbL, BUND, Germanwatch, NABU und EED
Berlin, 18.07.05. Nach Ansicht
der Umweltverbände WWF, AbL, BUND, Germanwatch und NABU und des EED,
weisen die Vorschläge der EU-Kommission zur Reform des europäischen
Zuckermarktes in die falsche Richtung. Die Umwelt- und Entwicklungsorganisationen
halten die Reform für dringend notwendig, sowohl im Interesse der
Zucker erzeugenden Entwicklungsländer, als auch für die Zuckerbauern
in Europa. Es fehlten jedoch wichtige Aspekte, um eine sozial und ökologisch
nachhaltige Zuckerwirtschaft innerhalb und außerhalb der EU zu fördern.
Von den EU-Agrarministern, die heute zu ersten Beratungen zur Reform zusammenkommen,
erwarten sie Nachbesserungen.
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Senkung der Zuckererzeugung in der EU
auf deutlich unter 90 Prozent des Binnenverbrauchs, um international eingegangene
Verpflichtungen zu erfüllen, durch Kürzung der vorhandenen Quoten;
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Stopp des Exports von so genanntem "C-Zucker"
(Zucker, der bisher über die Quoten hinaus erzeugt und – gegen WTO-Recht
– verbilligt exportiert wird);
-
Eine moderate Preissenkung in der EU,
dafür Verzicht auf Ausgleichszahlungen an europäische Zuckerrübenbauern;
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Kopplung aller Fördermaßnahmen
an Kriterien, die eine sozial und ökologisch nachhaltige Entwicklung
des Anbaus und der Produktion von Zucker und alternativer Agrargüter
innerhalb und außerhalb Europas gewährleisten;
-
Die Aufstockung der vorgesehenen finanziellen
Mittel für die AKP-Staaten (Zucker exportierende Länder Afrikas
und des Pazifikraums) auf 500 Millionen Euro jährlich (bislang sind
für das erste Jahr lediglich 40 Millionen Euro vorgesehen) und die
Integration der am wenigsten entwickelten Länder in die Unterstützungsprogramme;
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Maßnahmen zur Vermeidung von Dreiecksgeschäften
zwischen den Entwicklungsländern.
Die vorliegenden Reformvorschläge
erfüllen diese Kriterien aus Sicht der Verbände nicht. "Der Entwurf
bedroht nicht nur die Existenzen vieler europäischer Zuckerrübenbauern,
Belange der internationalen Armutsbekämpfung sowie des Umwelt- und
Naturschutzes werden mit Füßen getreten", kritisiert Tanja Dräger
de Teran vom WWF. Besonders schwer wiege die Verfehlung des Ziels, den
ärmsten Entwicklungsländern über den ab 2009 zugestandenen
zollfreien Zugang zum EU-Zuckermarkt Möglichkeiten der Wertschöpfung
zu geben. Durch die vorgeschlagende drastische Senkung der Mindestpreise
um 39 Prozent werden diese Länder erhebliche Einkommensverluste erfahren,
so die Landwirtschaftsexpertin.
Das Problem sei daher nicht, dass
der EU-Markt mit Zucker, beispielsweise aus Brasilien, überschüttet
würde. Auch nach der Reform wird der europäische Zuckermarkt
durch Zollsätzen von bis zu 300 Prozent geschützt bleiben.
In der Vergangenheit hat die Zuckermarktordnung
durch das widerrechtliche Dumping von jährlich etwa drei Millionen
Tonnen Zucker sowie durch die Abschottung der europäischen Märkte,
wettbewerbsfähige Erzeuger verdrängt und damit zum Verlust tausender
Arbeitsplätze gerade in den ärmsten Entwicklungsländern
beigetragen. Anstatt Überschüsse zu produzieren, sollte die Produktion
erheblich gesenkt werden. Damit würde die EU ihren Beitrag für
einen faireren Welthandel und zur Armutsbekämpfung leisten und könnte
die bei Ausgleichszahlungen und Anpassungssubventionen gesparten Gelder
für die gezielte Förderung in Entwicklungsländern einsetzen.
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zuletzt geändert
am 20.7.05