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Klimagipfel in Nairobi: Kleine Fortschritte,
die nicht ausreichen
Jetzt muss Klimaschutz zur Chefsache
werden
Pressemitteilung
Nairobi, 17.11.06. An die
Tür für ernsthafte Klimaschutzverhandlungen sowohl mit Industrie-
als auch mit Schwellenländern für die Zeit nach 2012 wurde in
Nairobi geklopft, aber die Tür noch nicht geöffnet. Dieser Durchbruch
zu einem umfassenden Verhandlungsmandat kann im nächsten Jahr gelingen.
"Das scheint nur realistisch, wenn der Klimaschutz in den wichtigsten Staaten
zur Chefsache wird und im kommenden Jahr die Regierungschefs den Weg dahin
ebnen", kommentiert Germanwatch-Vorstandsvorsitzender Klaus Milke. "Es
geht nicht länger, dass die Regierungen in Sonntagsreden den Klimawandel
als wichtigstes Problem bezeichnen und ihn dann bei solchen Verhandlungen
als Nebensache behandeln." Zurecht habe UN-Generalsekretär Kofi Annan
darauf hingewiesen, dass der Klimawandel inzwischen die Bedeutung großer
sicherheitspolitischer Krisen erreicht habe. "Und der Stern-Report
hat noch einmal deutlich gemacht, dass auch die ökonomischen Herausforderungen
durch den Klimawandel enorm sind."
Dabei wurden bei den Verhandlungen
einige Fortschritte erreicht, die beim künftigen Klimaregime eine
wichtige Rolle spielen könnten.
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Die Staatengemeinschaft sandte das klare
Signal aus, dass es nach 2012 weitere Reduktionsziele für die Industriestaaten
geben soll und dass bis Mitte des Jahrhunderts die weltweiten Emissionen
um deutlich mehr als 50% gesenkt werden sollen.
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Es wurden die Kriterien für den
Anpassungsfonds festgelegt, der in Zukunft eine große Bedeutung spielen
kann. Er wird durch ein innovatives internationales Finanzinstrument, das
im Kyoto-Protokoll entwickelt worden ist, gespeist. Für jedes Zertifikat,
das im Rahmen des projektbezogenen Emissionshandels in Entwicklungsländern
(CDM) gekauft wird, wird eine zweiprozentige Abgabe in den Anpassungsfonds
eingezahlt werden. Bis 2012 werden das nur etwa 250 Mio Dollar sein. Aber
in Zukunft könnten es Milliarden Dollar werden. Zudem läge es
in der Logik der Sache, dass in Zukunft auch der projektbezogene Emissionshandel
in Industrieländern (Joint Implementation) sowie der internationale
Emissionshandel mit einer solchen Abgabe belegt wird.
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Es gelang auch, den Nairobi-Aktionsplan
für Anpassungsmaßnahmen zu verabschieden. Damit können
jetzt in den nächsten 5 Jahren Anpassungsmaßnahmen an die zum
Teil bereits dramatischen Klimaveränderungen in Entwicklungsländern
vorbereitet werden.
Auf die deutsche Regierung kommt im
nächsten Jahr nun die vielleicht wichtigste Rolle in der internationalen
Klimapolitik zu. Im kommenden Frühjahr sollen die Treibhausgas-Reduktionsziele
der EU unter deutscher Präsidentschaft festgelegt werden. Und im Juni
findet dann der G8-Gipfel in Heiligendamm statt, mit Klima als einem Top-Thema
und ebenfalls unter deutscher Präsidentschaft.
Hinweis: ein Hintergrundpapier,
das die Ergebnisse des Gipfels zusammenfasst und kommentiert, wird in wenigen
Tagen an dieser Stelle abrufbar sein. Falls Sie nach Erscheinen umgehend
informiert werden möchten, schicken Sie bitte eine E-Mail an kier@germanwatch.org.
Für Rückfragen und Interviewwünsche
wenden Sie sich bitte an:
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Christoph Bals, 0049-174-3275669
Weitere Infos:
zuletzt geändert
am 6.12.06