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Verbindliche Meilensteine der EU beim
Klimaschutz unverzichtbar
Offener Brief an die deutsche Bundeskanzlerin
und EU-Ratspräsidentin Angela Merkel
16 Umwelt- und Entwicklungsorganisationen
fordern die Staats- und Regierungschefs der EU zu engagiertem Handeln auf
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Bonn/Berlin, 7. März 2007.
In einem Appell an die deutsche Bundeskanzlerin und EU-Ratspräsidentin
Angela Merkel fordern 16 deutsche Umwelt- und Entwicklungsorganisationen,
dass der EU-Gipfel in Brüssel am 8./9. März verbindliche Ziele
zum Klimaschutz verabschieden muss. Konkret wird erwartet, dass die EU
bis 2020 ihre Treibhausgasemissionen um 30% verringert, die Erneuerbaren
Energien auf mindestens 25% des Energiebedarfs ausbaut und 20% des Energieverbrauchs
einspart. Kohlekraftwerke sollten ab 2020 nur noch betrieben werden dürfen,
wenn sie nicht mehr CO2 freisetzen als ein modernes Gaskraftwerk.
Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin
und amtierende EU-Ratspräsidentin Angela Merkel,
der 4. Bericht des UN-Klimawissenschaftlergremiums
IPCC zeigt, wie Menschen und Natur weltweit in dramatischem Ausmaß
vom Klimawandel betroffen sind. Sollte es nicht gelingen, den globalen
Temperaturanstieg auf unter 2° C gegenüber vorindustriellem Niveau
zu begrenzen, sind die Lebensgrundlagen von Millionen Menschen zum Teil
existenziell gefährdet. Dies gilt insbesondere für die besonders
betroffenen Entwicklungsländer. Auch an Europa wird der Klimawandel
nicht vorübergehen. Die Begrenzung des Temperaturanstiegs auf unter
2° C erfordert, dass spätestens zum Jahr 2020 eine Trendwende
beim globalen Ausstoß von Treibhausgasemissionen erreicht wird. Wenn
die Emissionen bis dahin nicht sinken, ist dieses Ziel nicht realisierbar.
Der EU kommt beim Klimaschutz eine
entscheidende Rolle zu. Ein starkes Engagement der EU könnte für
viele Länder aufzeigen, dass der Klimaschutz neue Chancen der Zukunftsfähigkeit
für Wirtschaft und Gesellschaft eröffnet. Dies sollte auch zu
einer Leitlinie der europäischen Entwicklungspolitik werden. Gleichzeitig
können Energieeffizienz und Erneuerbare Energien die Basis für
eine neue Klima- und Energiesicherheit in Europa schaffen.
Die möglichen katastrophalen
Auswirkungen des Klimawandels sind kein unabwendbares Schicksal. Es gibt
die Möglichkeit zum Handeln. Die EU sollte diese Chance nutzen. Sie
muss zeigen, dass sie zu ernsthaftem Klimaschutz bereit ist und dafür,
ihre globale Verantwortung wahr zu nehmen.
Folgende Ziele sollten beim EU-Gipfel
am 8./9. März verbindlich beschlossen werden:
-
Ziel 1: Die Staats- und Regierungschefs
bestätigen den Beschluss der EU-Umweltminister, die Treibhausgasemissionen
der EU bis 2020 um wenigstens 20% zu verringern. Sie beschließen
die Selbstverpflichtung einer erhöhten Reduktion von 30%, um damit
ein weltweites Signal für die Entschlossenheit zum Klimaschutz zu
setzen.
-
Ziel 2: Die Staats- und Regierungschefs
geben vor, dass bis 2020 Einsparpotenziale von 20% des Energieverbrauchs
realisiert werden müssen.
-
Ziel 3: Die Erneuerbaren Energien werden
bis 2020 auf einen Anteil von mindestens 25% des gesamten Energieverbrauchs
der EU ausgebaut.
-
Ziel 4: Ab 2020 dürfen fossile
Kraftwerke nur noch betrieben werden, wenn sie nicht mehr CO2 freisetzen
als ein modernes Gaskraftwerk.
Daher appellieren die unterzeichnenden
Organisationen an die deutsche EU-Ratspräsidentschaft und die versammelten
Staats- und Regierungschefs, den EU-Gipfel zu nutzen, um die notwendigen
politischen Weichenstellungen vorzunehmen.
Unterzeichnende Organisationen und
Kontakte:
-
Germanwatch: Sven Harmeling, 0228/60492-22,
harmeling@germanwatch.org;
-
Brot für die Welt: Dr. Bernhard
Walter, 0711/2159-268, b.walter@brot-fuer-die-welt.de;
-
Deutsch-Tansanische Partnerschaft e.V.:
Tanja Neubueser, 040/386161 13 t_neubueser@yahoo.com;
-
Deutscher Naturschutzring (DNR): Markus
Steigenberger, 0160/90544817, markus.steigenberger@dnr.de;
-
Diakonie Katastrophenhilfe: Peter Rottach,
07971/260580, p.rottach@t-online.de;
-
Evangelischer Entwicklungsdienst (EED):
Richard Brand, richard.brand@eed.de, 0228-/8101 2307;
-
Eine Welt Netz NRW: Udo Schlüter,
0251/28 46 69-11, udo.schlueter@eine-welt-netz-nrw.de;
-
Gesellschaft für bedrohte Völker
e.V.: Kerstin Veigt, 0551/49906-14, k.veigt@gfbv.de;
-
Greenpeace: Dr. Gabriela von Goerne,
040/30618-352, gabriela.goerne@greenpeace.de;
-
HELP - Hilfe zur Selbsthilfe e.V.: Berthold
Engelmann, 0228/915 29 29, engelmann@help-ev.de;
-
Katholische Landjugendbewegung (KLJB):
Franz Pöter, 02224/9465-23, f.poeter@kljb.org;
-
Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21
NRW: Kathrin Schroeder, 02371/352143, k.schroeder@lag21.de;
-
Misereor: Dr. Bernd Bornhorst, 0241/442-587,
Bornhorst@misereor.de;
-
Nordelbisches Missionszentrum: Judith
Meyer-Kahrs, Tel. 040/881 81-331, j.meyer-kahrs@nmz-mission.de;
-
Die Umweltakademie: Christoph Schwingenstein,
089/360 386-85; info@die-umweltakademie.de
-
Verband Entwicklungspolitik Niedersachsen:
Christian Cray, Tel. 0511/39 08 89 81, cray@ven-nds.de.
zuletzt geändert
am 7.3.07