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Countdown im Klimaschutz: vier Wochen
bis zur Nagelprobe für die Bundesregierung
Die Klima-Allianz fordert von der Bundesregierung
Maßnahmen statt Ankündigungen
Pressemitteilung
Bonn/Berlin/Stuttgart, 27.7.07.
In vier Wochen, am 23. und 24. August, wird sich das Bundeskabinett im
brandenburgischen Meseberg zu einer Kabinettsklausur treffen, um Eckpunkte
für die weiteren energie- und klimapolitischen Maßnahmen der
Bundesregierung in dieser Legislaturperiode festzulegen. Die Klima-Allianz
erwartet vom Kabinett klare Beschlüsse, die die Verringerung der deutschen
Treibhausgasemissionen um mindestens 40 Prozent bis 2020 (gegenüber
1990) zum Ziel haben.
Das breite zivilgesellschaftliche
Bündnis "Die Klima-Allianz" sieht diese Kabinettsklausur als klimapolitische
Nagelprobe für Bundeskanzlerin Merkel und ihre Bundesregierung. "Dort
wird sich entscheiden, ob die deutsche Regierung weiterhin Ankündigungsweltmeister
im Klimaschutz bleiben will oder nun endlich die notwendigen Gesetzesmaßnahmen
und Anreizsysteme für Klimaschutz in die Wege leitet", so Wolfgang
Ehrenlechner, Bundesvorsitzender der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB).
Klimapolitische Messlatte ist dabei,
die deutschen Treibhausgasemissionen bis 2020 um mindestens 40 Prozent
gegenüber 1990 zu verringern; ein Ziel, welches Frau Merkel beim Energiegipfel
bestätigte. Die Klima-Allianz schlägt dafür u.a. folgende
Maßnahmen vor:
-
effektive, dynamische Anreizsysteme
zur Senkung des Energieverbrauchs im Gebäudebereich und bei Elektrogeräten
("Top-Runner-Ansatz");
-
einen beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren
Energien und ein Moratorium für den Neubau von Kohlekraftwerken im
Strombereich;
-
ein Fördergesetz für den Einsatz
Erneuerbarer Energien im Wärme- und Kältebereich;
-
eine Verdreifachung des Anteils der
hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplung auf Basis Erneuerbarer Energien
und Erdgas;
-
strenge gesetzliche Verbrauchswerte
für Kraftfahrzeuge und eine Begrenzung der steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten
auf verbrauchsstarke Modelle.
Auf dem Weg zu einer Vollversorgung
durch klimaverträgliche Erneuerbare Energien, verfolgen die Maßnahmen
darüber hinaus das Ziel einer Reduktion der Treibhausgase von mindestens
80 Prozent bis Mitte des Jahrhunderts. "Es geht um nicht weniger als den
vollständigen Umbau unserer Energieversorgung", so Rainer Baake, Bundesgeschäftsführer
der Deutschen Umwelthilfe (DUH). "Kohle und Atom sind Vergangenheit, die
Zukunft gehört den Erneuerbaren." Neben den bekannten Risiken der
Atomenergienutzung lieferte nicht zuletzt die Haltung der Betreiber deutscher
Atomkraftwerke in Folge der jüngsten Störfälle starke Argumente,
den Ausstieg aus der Atomenergie voranzutreiben.
"Wenn die Bundesregierung auf internationalem
Parkett, insbesondere beim UN-Klimagipfel im Dezember in Bali, glaubwürdig
bleiben will, muss sie in Meseberg die notwendigen Entscheidungen treffen
und die Gesetze bis Anfang Dezember in den Bundestag einbringen", fordert
Pfarrerin Cornelia Füllkrug-Weitzel, Direktorin von "Brot für
die Welt" und der Diakonie Katastrophenhilfe.
"Es wird Zeit, die enormen Innovations-
und Arbeitsplatzpotenziale, die eine klimaverträgliche Wirtschaft
bietet, zu nutzen", so Nina Scheer, Geschäftsführerin des Bundesverbandes
der Grünen Wirtschaft "UnternehmensGrün".
Die Klima-Allianz ist ein rasch wachsendes
breites Bündnis von ca. 70 Organisationen, darunter
-
Umweltorganisationen wie Greenpeace,
BUND, WWF, NABU, DNR, DUH;
-
Entwicklungsorganisationen wie Misereor,
"Brot für die Welt", EED, Diakonie Katastrophenhilfe, Germanwatch,
Kindernothilfe;
-
Evangelische Landeskirchen, wie Evangelische
Kirche von Westfalen, Kurhessen-Waldeck, Württemberg sowie die Vereinte
Evangelische Mission;
-
Jugendorganisationen wie die KLJB, die
BUND-jugend, der BDKJ und die NAJU;
-
Verbraucherorganisationen wie der Bund
der Energieverbraucher und der Bundesverband der Verbraucher-Initiativen;
-
weitere Organisationen wie Deutscher
Alpenverein, Deutscher Tierschutzbund, Gesellschaft für bedrohte Völker
und Attac.
Das vollständige Positionspapier
der Klima-Allianz findet sich unter www.die-klima-allianz.de/position.php
Für Rückfragen und Interviewwünsche
wenden Sie sich bitte an:
-
Wolfgang Ehrenlechner, KLJB: 01520-9809196
-
Rainer Baake, DUH: 030-2589860
-
Nina Scheer, UnternehmensGrün:
0173-6204052
-
Sven Harmeling, Germanwatch: 0228-60492-22
zuletzt geändert
am 1.8.07