Berlin, 17.10.08 Beim Gipfel der Europäischen Staats- und Regierungschefs hat Klimaschutz trotz der aktuellen Finanzkrise eine wichtige Rolle gespielt. Die Klima-Allianz, das mit mehr als 100 Mitgliedsorganisationen größte zivilgesellschafte Klimaschutzbündnis in Deutschland, begrüßt, dass an einer Verabschiedung des EU-Klima- und Energiepakets noch im Dezember festgehalten wird.
"Doch den Zeitplan einzuhalten ist nur das eine, ehrgeizige Ziele und Maßnahmen zu vereinbaren ist jetzt noch wichtiger", so Brick Medak, Klimareferent des WWF. "Deshalb müssen die EU-Umweltminister bei ihrem Treffen Anfang nächster Woche zeigen, dass die EU den Klimaschutz trotz Finanzkrise nicht aus den Augen verloren hat und trotz massiven Drucks aus Teilen der Industrie zumindest die vom EU-Parlament verabschiedeten Vorgaben mitträgt." Die Klima-Allianz erwartet vom deutschen Umweltminister Sigmar Gabriel, dass er diese Vorgaben mit Nachdruck unterstützt.
"Unter dem Deckmantel der Bankenkrise läuft die Wirtschaft seit Wochen Sturm gegen die Entscheidungen des EU-Parlaments und stößt damit bei vielen Regierungen - auch der Bundesregierung - auf offene Ohren", meint Christina Hering, Koordinatorin der Klima-Allianz. Dieses Verhalten sei nicht nur kurzsichtig, sondern auch in höchstem Maße unverantwortlich. Ein Aufweichen der Klimaschutzmaßnahmen hätte zur Folge, dass das selbstgesteckte Ziel der EU, die globale Erderwärmung auf unter 2° C zu begrenzen, aussichtslos würde, mit entsprechend drastischen Konsequenzen für viele Millionen Menschen weltweit.
"Zudem wird das Klimapaket der Wirtschaft nicht schaden, ganz im Gegenteil", so Klaus Milke, Vorstandsvorsitzender von Germanwatch. "Es ist ein gigantisches Investitionsprogramm für Europa, das bei der Bewältigung der Finanzkrise helfen kann." Vor diesem Hintergrund hätten die Umweltminister nun die Chance, durch entschlossenes Vorgehen ein deutliches Bekenntnis für den Klimaschutz abzulegen. Nach anfänglichem Zögern seien die europäischen Regierungen in der Finanzkrise beherzt vorgegangen. Das Gleiche müsse nun beim Klimaschutz passieren, wo bisher auch zu lange gezögert worden sei, so Milke.
"Die Bankenkrise hat gezeigt, dass der Markt nicht alles selbst regelt und eine politische Regulierung dringend erforderlich ist. Vor diesem Hintergrund darf man auch beim Klimaschutz nicht auf freiwillige Maßnahmen von Energie-, Auto- und anderen Konzernen hoffen, sondern muss effektive politische Rahmenbedingungen einfordern, wie sie vom EU-Umweltausschuss etwa mit einem CO2-Grenzwert von 120 g/km für Pkw ab 2012 vorgeschlagen wurden", so Dr. Bernd Bornhorst, Abteilungsleiter Entwicklungspolitik des Bischöflichen Hilfswerk von Misereor. Zahlreiche Beispiele hätten immer wieder deutlich gemacht, dass freiwillige Verpflichtungen der Wirtschaft häufig viel zu lax seien und darüber hinaus auch nicht ernsthaft verfolgt würden.
Die Klima-Allianz fordert deshalb, Nägel mit Köpfen zu machen, indem:
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