Pressemitteilung
Helsinki/Berlin, 11. März 2009: Eine heute vom europäischen Netzwerk makeITfair veröffentlichte Studie zeigt, dass sich große Produzenten von Unterhaltungselektronik wie Microsoft, Sony, Apple, Motorola und Philips zu wenig um die Arbeitsrechte bei chinesischen Zulieferer-Firmen kümmern. In der Studie wurden insbesondere Produktionsstätten untersucht, in denen Teile für Spielekonsolen und MP3-Player produziert werden. Auf Grundlage der Studienergebnisse fordern Vertreter des makeITfair-Netzwerks, dass die Elektronikfirmen mehr Verantwortung in der gesamten Produktionskette zeigen sollten.
"Viele Aspekte der Studie spiegeln die schlechten Arbeitsbedingungen wider, die sich durch geringe Löhne, unzählige Überstunden und ein ungesundes Arbeitsumfeld auszeichnen. Die Studie zeigt, dass viele Firmen zwar einen Verhaltenskodex unterschrieben haben, der auf Menschenrechte und Arbeitsbedingungen Bezug nimmt. Bei den Zulieferfirmen wird dieser Kodex jedoch nach wie vor verletzt", sagt Charles Ho von SACOM, einer Organisation aus Hongkong, die sich für Arbeitsrechte in China einsetzt und vor Ort für die Studie recherchiert hat. Schätzungen zufolge werden circa 30 bis 40 Prozent der tragbaren MP3-Player in China produziert.
Dem Bericht zufolge werden die überwiegend jungen Frauen, die viele Stunden pro Tag bei sehr schlechter Bezahlung am Fließband arbeiten, oft vergessen. Ziel der makeITfair-Studie sei es daher, Empfehlungen an die Unternehmen zu geben, wie sie deren Arbeitsbedingungen verbessern können: "Wir drängen die Industrie dazu, mehr Verantwortung für die gesamte Wertschöpfungskette zu übernehmen, die Diskriminierung von Menschen mit übertragbaren Krankheiten wie Hepatitis B zu beenden und Überstunden zu begrenzen", erklärt Cornelia Heydenreich, Referentin für Unternehmensverantwortung bei Germanwatch und Koordinatorin von makeITfair in Deutschland.
Die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise
verschärft die unakzeptablen Arbeitsbedingungen in der Branche. "Die
Rezession zieht an und gibt Anlass zur Sorge, dass die bereits rechtlich
im Stich gelassenen noch stärker getroffen werden könnten", sagt
Eeva Simola, Direktorin von FinnWatch. Die Markenfirmen und ihre Zulieferer
erhielten im Vorfeld die Möglichkeit, zum Entwurf der Studie Stellung
zu nehmen. Die Unternehmen haben dies genutzt und darauf teilweise mit
Ablehnung reagiert, teilweise aber auch mit Versprechen, sich verstärkt
um faire Arbeitsbedingungen zu bemühen.
Für Rückfragen und Interviewwünsche wenden Sie sich bitte an: