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Es fehlt ein faires und grünes Handy

Germanwatch drängt auf größere Nachhaltigkeit der Elektronikbranche

Pressemitteilung

Berlin, 02.09.10: Zum Beginn der 50. Internationalen Funkausstellung  (IFA) in Berlin ruft die Umwelt- und Entwicklungsorganisation  Germanwatch Unternehmen und Verbraucher auf, verstärkt auf  Nachhaltigkeit zu achten. Der anhaltende Boom im Elektroniksektor  verschärft die Problematik auf dem Rohstoffmarkt und in der Herstellung  zusätzlich. "Noch immer ist vielen Verbrauchern nicht bekannt, welche  Sozial- und Umweltfolgen die Produktion von Handys und mp3-Playern hat.  Und der Trend zum Zweit- und Dritthandy in der Schublade führt dazu,  dass der weltweit steigende Bedarf an Rohstoffen zu immer größeren  Problemen führt", so Cornelia Heydenreich, Referentin für  Unternehmensverantwortung bei Germanwatch.

Aber nicht nur der Verbraucher kann aktiv werden, insbesondere die  Unternehmen sollten ihre Verantwortung wahrnehmen. So sollten sie sehr  viel stärkere Anreize setzen, um ihre Produkte zu recyceln. "Das  Marketing der Unterhaltungsbranche verstärkt die Wegwerfmentalität.  Würde sie etwa bei Vertragsverlängerungen einen Anreiz für das  Recycling des alten Gerätes setzen, ließen sich deutlich mehr Rohstoffe  wiederverwerten. Hier sind die Mobilfunkanbieter gefragt", so  Heydenreich weiter.

Sie fordert die Unternehmen auf, für mehr Transparenz zu sorgen und den  Kunden Alternativen anzubieten: "Bisher legt die Unterhaltungsbranche  nur selten offen, wo die Rohstoffe herkommen, die in den Produkten  stecken und wie die Lieferkette aussieht. Damit geht einher, dass die  Hersteller keine wirklich umweltfreundliche und fair produzierte  Elektronik im Sortiment haben", erklärt Heydenreich. "Somit haben  Verbraucher kaum eine Chance, sich vor dem Kauf über die Entstehung  eines Produktes zu informieren. Und ein fair produziertes und  umweltfreundliches Gerät können sie leider noch nicht kaufen". Ziel  müsse es sein, eine nachhaltige Lieferkette zu gestalten, in der  transparent die einzelnen Schritte der Produktion verfolgt werden können.

Mit dem Projekt makeITfair sammelt Germanwatch deshalb Unterschriften  von Verbrauchern, die von den Unternehmen fordern "Ich will ein faires  und grünes Handy!" Die Unterschriften sollen den Mobilfunkanbietern  überreicht werden um zu zeigen, dass die Verbraucher trotz steigender  Nachfrage auch Alternativen wünschen.

Germanwatch wird am 8. September 2010 auch mit einem Stand vor der IFA  über die Situation in der Handy-Lieferkette informieren und  Unterschriften sammeln. Weitere Informationen zur Unterschriftenaktion  unter www.makeitfair.org/aktiv-werden

Für Rückfragen und Interviewwünsche wenden Sie sich bitte an:



zuletzt geändert am 2.9..10