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Kyoto ist tot - es lebe Kyoto
GERMANWATCH-Presseerklärung,
Bonn 23.7.01
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Der UN-Klimagipfel von Bonn hat heute
einen Durchbruch für den internationalen Klimaschutz erzielt.
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Damit wird von der Völkergemeinschaft
eine Trendwende für den Emisssionsausstoß der Industrieländer
beschlossen. Statt eines 25prozentigen Anstieges bei "Business as Usual"
ist in etwa mit einer Stabilisierung der Treibhausgasemissionen der Industrieländer
bis 2012 zu rechnen.
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Es wurde eine Architektur für den
internationalen Klimaschutz beschlossen, die es bei entsprechendem politischen
Willen in Zukunft erlaubt, noch ernsthaftere Klimaschutzziele erreichen
zu können. Der Non-Compliance-Mechanismus als der am heftigsten umstrittene
Punkt sieht eine Reihe von Wiedergutmachungs- und Sanktionsmaßnahmen
vor, falls die Vertragsstaaten ihre Ziele nicht erreichen. Diese bindenden
Konsequenzen werden in ihrer Bedeutung dadurch kaum geschmälert, dass
sie in letzter Minute das Attribut "rechtlich verbindlich" bedauerlicherweise
noch nicht erhielten, sondern dieses erst auf der COPMOP1-Konferenz (nach
Inkrafttreten des Protokolls) erhalten sollen.
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Die eigentlich notwendigen Klimaschutzziele
werden durch das Kyoto-Protokoll nicht erreicht: durch den Einbezug verschiedener
Schlupflöcher wird wohl real nur eine Stabilisierung der Industrieländer-Emissionen
bis 2012 gegenüber 1990 herauskommen. Aber in der Architektur des
Klimaschutzabkommens hat sich weitgehend die EU durchgesetzt, so dass für
die Industrieländer ein ernsthaftes Instrument für zukünftigen
Klimaschutz entsteht.
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Eine Stärke des verabschiedeten
Papiers ist, dass es einen Beitritt der USA zum Klima-Protokoll von Kyoto
unter einer von der Demokratischen Partei geführten Regierung ermöglichen
würde. So wurden zentrale US-Forderungen wie die nach Einbezug von
landwirtschaftlichem Management und nach der Möglichkeit des Emissionshandels
ohne eine harte Begrenzung erfüllt. Zudem ist im Senken-Kapitel auch
für die USA eine entsprechend großzügig bemessene Obergrenze
der Nutzung von Senken festgelegt, "Der große Abwesende" ist damit
im Text durchaus auch explizit präsent. All diese Punkte sind aus
Gründen der Umweltintegrität abzulehnen. Falls es aber gelingt,
die USA mittelfristig an Bord zu bekommen, würde die Qualität
des Kyoto-Protokolls deutlich weiter gesteigert werden.
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Nicht nur der Angriff der USA auf das
Kyoto-Protokoll, sondern zugleich auch der Angriff auf die UNO als legitime
Instanz zur Regelung globaler Menschheitsfragen wurde abgewehrt. Dies könnte
eine große Bedeutung für die weitere Entwicklung einer neuen,
auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Weltordnung haben.
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Durch das Kyoto-Protokoll ist eine wichtige
Rahmensetzung für den jeweils nationalen Klimaschutz in Deutschland,
der EU und anderswo verabschiedet worden. Damit wird es leichter fallen,
die notwendige Klimaschutzpolitik durchzusetzen. Und umgekehrt werden verschärfte
nationale Klimaschutzpolitiken in den Industrieländern die notwendige
Verschärfung der internationalen Klimaschutzziele erleichtern.
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zuletzt geändert
am 23.7.2001