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Gegen Terror und Eskalation der Gewalt
Stellungnahme von GERMANWATCH e.V.
Der Terroranschlag vom 11. September
hat uns alle erschüttert und empört. Unser Mitgefühl gilt
den Opfern und ihren Angehörigen. Die menschenverachtende Haltung,
die hinter dem Anschlag steht, hat uns fassungslos gemacht. Die Bilder,
die um den Globus liefen, zeigen, dass es auch eine Globalisierung des
Schreckens geben kann. Grenzenlose Trauer und Mitgefühl suchen mühsam
nach Ausdruck.
Unser Entsetzen gilt auch dem blinden
Hass, der auf menschenverachtende Weise jenseits aller Vorstellungskraft
Zerstörung in die Zentren ökonomischer, militärischer und
politischer Macht in den USA trug. Kein politisches Ziel kann einen derart
menschenverachtenden Anschlag auf unschuldige Menschen rechtfertigen. Der
Hass hat das Potenzial, Teufelsspiralen in Gang zu setzen, in denen stets
neuer Hass – oft auf vermeintliche Gegner - gesät wird.
Der Anschlag auf das World Trade
Center riss nicht nur Tausende von Menschen in den Tod, sondern er zerstörte
auch die Vorstellung von Sicherheit der reichsten und mächtigsten
Staaten. Kein Zweifel: Wir sind in der globalen Risikogesellschaft angekommen.
Die Staaten dieser Welt stehen nun vor Entscheidungen, die maßgeblich
die Formen des Zusammenlebens in der künftigen Weltgesellschaft beeinflussen.
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Der terroristische Anschlag vom 11.
September 2001 darf für die Täter und ihre Hintermänner
nicht folgenlos bleiben. Sobald sie eindeutig identifiziert sind, müssen
sie in angemessener Weise bestraft werden.
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Blinde Rache und Vergeltung, die auch
viele Unschuldige treffen, dürfen nicht zur Leitschnur des Handelns
werden. Das Völkerrecht wurde entwickelt, damit nicht Teufels-Spiralen
der gegenseitigen Zerstörung in Gang gesetzt werden, die letztlich
das zerstören, was es zu verteidigen gilt: Freiheit, Menschenrechte,
Sicherheit.
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Sicherheit ist heute weniger denn je
militärisch, sondern vor allem sozial, kulturell, ökonomisch
und politisch begreifbar. Eine sich ständig vergrößernde
Kluft zwischen arm und reich sowie fehlende politische Freiheiten sind
wichtige Nährböden für nationale und religiöse Fundamentalismen,
für Kriege und Terrorismus. Es liegt deshalb im gemeinsamen Interesse
der Menschheit, diesen Grundlagen des Terrorismus entschieden entgegenzutreten.
Dem Engagement für eine
Globalisierung von sozialer Gerechtigkeit,
Demokratie und Menschenrechten
kommt deshalb eine noch größere
Bedeutung zu als je zuvor.
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Jetzt müssen in globaler Kooperation
zwischen allen Staaten in Ost und West, in Nord und Süd Strategien
gegen den Terrorismus und seine Ursachen entwickelt und umgesetzt werden.
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Diese Strategien müssen auch zum
Ziel haben, die Risiken einer globalisierten Welt zu Chancen zu machen.
Es ist zu hoffen, dass auch in den USA die Notwendigkeit zu weltweit abgestimmtem
Verhalten deutlich gesehen wird. Die UN ist der legitimierte und geeignete
Ort für eine solche Koordinierung. Der Terrorismus ist ein zentrales
Beispiel für Risiken globaler Tragweite – die Risiken der Finanzmärkte
und die Gefahren des globalen Klimawandels sind andere Beispiele. Alle
Staaten, auch die USA, müssen sich – in gemeinsamer aber differenzierter
Verantwortung – an den Gestaltungsmöglichkeiten zur Eindämmung
aller Risiken mit globalem Ausmaß beteiligen.
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Der Konflikt zwischen Israel und Palästinensern
muss im Interesse dieser beiden Völker und im Interesse des Weltfriedens
beendet werden. Alle Staaten und Regierungen sind aufgerufen, ihren Beitrag
zu einer Lösung dieses Konfliktes zu leisten.
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In- und Ausländer in allen Staaten
müssen sich versichern: "Wir wollen zusammen ohne Hass und Angst leben.
Wir alle, ob Christen, Muslime, Juden oder anders- bzw. ungläubige
Menschen verabscheuen und verurteilen diese Terroranschläge. Gemeinsam
wollen wir alles dafür tun, dass zwischen uns kein Platz für
Hass und Gewalt bleibt."
zuletzt geändert
am 20.9.01