Wir fordern Sie
daher auf, Handelskommissar Lamy via GERMANWATCH eine "Gelbe Karte" zu
schicken. Sie können entweder die Karte als .pdf-Datei
ausdrücken und auf einen gelben Karton kleben oder unten
bestellen. Diese Postkartenaktion führen wir gemeinsam mit dem
BUND
(Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Friends of the Earth,
Germany) und dem Weltladen-Dachverband
durch. Schon zu Beginn werden wir die EU-Kommission und Herrn Bundeswirtschaftsminister
W. Müller in einem offenen Brief über
unser Anliegen informieren und die Aktion ankündigen. Wir werden dann
die Gelben Karten gesammelt und mit der entsprechenden öffentlichen
Wirksamkeit am 16.10.2000, dem Welternährungstag, Handelskommissar
Lamy in Brüssel übergeben. So können wir Druck auf den Arbeitsausschuß
bei der EU-Kommission, der handelspolitische Entscheidungen vorbereitet,
entwickeln. Er soll sich mehr als bisher für die Unterstützung
der Entwicklungsländer bei ihrer Ernährungssicherung und Verbraucherinteressen
hier einsetzen. Die EU-Kommission darf bei zukünftigen Verhandlungen
auf WTO-Ebene nicht wieder umfallen wie in Seattle.
Martina Schaub
Sehr geehrter Herr Kommissar Lamy,
mit großer Besorgnis habe
ich die Entwicklungen während der WTO-Ministerkonferenz in Seattle
verfolgt. Eine wichtige Verhandlungsposition, mit der Sie noch nach Seattle
gereist waren, wurde überraschend durch einen Kommissionsvorschlag
für die Abschlußerklärung von Seattle gekippt: Plötzlich
hatten Sie, entgegen vorheriger Bekundungen und gegen den Willen sämtlicher
europäischer Wirtschaftsminister der Einrichtung einer Biotechnologie-Arbeitsgruppe
zugestimmt. Dadurch wurden meine Zweifel, ob Sie das Bekenntnis zur nachhaltigen
Entwicklung tatsächlich ernst meinen, verstärkt. Im Sinne der
anstehenden Fußball-Europameisterschaft fordere ich Sie zu einem
"fair play" auf: Treffen Sie keine Entscheidungen (mehr) über die
Interessen der Bürgerinnen und Bürger sowie nationalen Regierungen
hinweg und entgegen den Interessen der Produzenten und Verbraucher in Nord
und Süd. Setzen Sie sich für selbstbestimmte Ernährung,
gegen Masthormone und gentechnisch veränderte Nahrungsmittel ein.
Sorgen Sie dafür, daß die Entwicklungsländer in der WTO
mit Hilfe einer Food Box das Recht zum Schutz ihrer heimischen Agrarproduktion
und Ernährung erhalten. Für diese Forderung setzen sich auch
die europäischen Weltläden ein mit dem Verkauf von "Food Boxen",
gefüllt mit Lebensmitteln aus fairem Handel. Hochachtungsvoll ........................................................................
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