Nachdem die konventionelle Landwirtschaft
in der Vergangenheit hauptsächlich darauf ausgerichtet war, möglichst
viel und zu geringen Preisen zu produzieren und dank garantierter Preise
nicht auf Marktmechanismen reagierte, rückt nun die Qualität
der erzeugten Nahrung in den Vordergrund. Einhergehend mit dieser Entwicklung
ist die Tendenz zu einer stärkeren Wettbewerbs- und Marktorientierung
der Landwirtschaft, aber auch zu einer verstärkten Regionalisierung
der Produktion zu erkennen. Bisher sind nur Ziele für den konkreten
Politikwechsel formuliert worden. Die Schritte zur Umsetzung und die Machbarkeit
im internationalen Kontext müssen jedoch unbedingt mit berücksichtigt
werden. Die deutsche Agrarpolitik ist in die der europäischen Kommission
eingebunden, und gleichzeitig muss sie sich den Regeln der WTO unterwerfen
bzw. diese mit bestimmen und beeinflussen. Ein deutscher Richtungswechsel
hätte also sowohl Auswirkungen auf die europäische Landwirtschaftspolitik
als auch auf internationale Abkommen und die Entwicklungsländer. (MS)
Wir wollen die Ministerin daran erinnern, dass Verbraucherschutz, Ernährungssicherheit und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft Nord und Süd gleichermaßen betreffen. Ihr Ministerium hat hier und auch bei der Formulierung einer internationalen Handels-, Entwicklungs- Agrar- und Umweltpolitik eine wichtige Bedeutung.
Senden Sie untenstehenden Brief (hier als .rtf-Datei zum herunterladen) an Ministerin Künast ab. Wir würden uns freuen, wenn Sie uns über Ihre Aktivität berichten (s. untenstehender Coupon).
Frau Renate Künast
Bundesministerin für Verbraucherschutz,
Ernährung und Landwirtschaft
Wilhelmstr. 54
10117 Berlin
Sehr geehrte Frau Ministerin,
mit diesem Brief möchte ich Ihnen viel Kraft, Mut und Entschlossenheit wünschen, um die schwierige Aufgabe der Umstrukturierung der Landwirtschaft und der Agrarpolitik in Ihrem Hause und gegenüber massiven Agrarlobbyinteressen durchzusetzen.
Ihre politischen Vorschläge und Entscheidungen wirken sich natürlich zunächst vor allem national und auf europäischer Ebene auf Verbraucherinnen und Verbraucher, Produzentinnen und Produzenten aus. Auf dem Weg zu einer wirklichen Agrarwende möchte ich Sie aber auch daran erinnern, dass Sie die Landwirtschaftspolitik ihres Hauses in den Auswirkungen auf die Länder des Südens sehr genau im Auge behalten und auch hier auf ihre Nachhaltigkeit hin überprüfen. Es soll nicht wieder und einmal mehr passieren, dass die Folgen der verfehlten Agrarpolitik des Nordens auf dem Rücken der Länder des Südens ausgetragen und ihnen die Kosten dafür aufgebürdet werden.
Ihr Ministerium spielt bei der Formulierung internationaler Politik für diesen Bereich eine wichtige Rolle, insbesondere bei den gegenwärtig laufenden WTO-Agrarverhandlungen, aber auch im Rahmen der FAO und der Codex Alimentarius-Kommission. Über die Zuständigkeit Ihres Hauses für die FAO haben Sie die Federführung für die eigentlichen Agrarkrisen unserer Zeit: die Welternährungskrise und die globalen landwirtschaftlichen Umwelt- und Verbraucherprobleme. Die bisherige Position Ihres Ministeriums in allen diesen Gremien ließ aus meiner Sicht viel zu wünschen übrig. Insbesondere fordere ich Sie auf,
Mit freundlichem Gruss