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Zukunft statt Kohle fördern!

Eine von GERMANWATCH mitinitiierte Vorstudie in den Philippinen zeigt Investitionsmöglichkeiten der Stromerzeugung auf der Basis erneuerbarer Energieträger auf

Trotz ökologischer, sozialer und ökonomischer Bedenken hat die philippinische Regierung Ende der 90er Jahre den Bau eines 50 MW Kohlekraftwerks in Pulupandan in der philippinischen Provinz Negros Occidental gestattet. Diese Entscheidung stieß eine Lawine von Protesten los. Mit Erfolg: aufgrund des erheblichen Widerstandes der lokalen Bevölkerung wurde das Vorhaben vorerst gestoppt. Mittlerweile wurde dem Projekt die Umweltlizenz entzogen. Doch beim Protest sollte es nicht bleiben. Hieraus hervorgegangen ist das Projekt GRIPP. GRIPP steht für Green/Renewable Independent Power Producer und hat das Hauptziel, die Stromproduktion in der Provinz Negros Occidental auf eine “grüne”, klimafreundliche Basis zu stellen.

Ein erster Meilenstein konnte Anfang Februar mit dem Abschluss einer von der GTZ finanzierten Vorstudie gesetzt werden. “Die Studie richtet sich insbesondere an Investoren”, erklärt Silver Navarro, Berater der Asiatischen Entwicklungsbank und leitender Ingenieur von GRIPP. “Wir haben konkrete Projekte in den Bereichen Biomasse, Windenergie, Solar- und Wasserkraft identifiziert, darüber hinaus aber auch den sozialen und politischen Rahmen beleuchtet. Dies ist uns besonders wichtig, denn wir wollen Projekte, die von der Bevölkerung angenommen werden und den lokalen Bedingungen entsprechen. Nur so können wir langfristig arbeiten.” Die Absicht langfristige Investitionen zu generieren, stößt auf reges Interesse vor Ort. Viele Dörfer sind immer noch von der Stromversorgung abgeschnitten. Das ambitionierte ‚O’Ilaw‘ (“Geschenk des Lichtes”) Programm der Regierung, das eine Elektrifizierung aller Dörfer bis 2004 vorsieht, kommt nicht recht voran. Gerade in entlegenen Gebieten können daher netzunabhängige Projekte im Bereich Solar- oder Kleinwasserkraft eine sinnvolle Alternative darstellen.

Auch die Zuckerfabrikanten auf Negros orientieren sich um. Um auf dem Weltmarkt mithalten zu können, suchen sie nach Möglichkeiten, die hohen Energiekosten in der Gesamtproduktion zu senken. Der Vorschlag von GRIPP, verstärkt Melasse zu nutzen, die zur Zeit nur als Abfall gewertet wird, kommt ihnen gerade recht. GRIPP geht es dabei nicht allein um Kostensenkung und Entwicklungsmöglichkeiten, sondern um eine strukturelle Weichenstellung. Ein Einstieg in die Kohle wäre ein Schritt rückwärts auf Kosten der lokalen Bevölkerung und des Klimas. Dass es auch anders geht, will GRIPP beweisen.

Britta Horstmann
 

Investitionsmöglichkeiten für erneuerbare Energieprojekte


 
 
 
 
 
 

Statement von Ramon Faustino M. Sales Jr. Assistant Vice President von der philippinischen Nichtregierungsorganisation PRRM (Projektträger von GRIPP) 

"Wir hoffen auf das Engagement von unabhängigen Stromproduzenten oder Dienstleistungsanbietern. Das Projekt GRIPP bietet eine zukunftsfähige Alternative zum 50 MW Kohlekraftwerk, welches auf der philippinischen Zuckerinsel Negros vorgeschlagen wurde. Selbst das Energieministerium hat anerkannt, dass wir nicht nur die Lücken und Gefahren einer konventionellen Energiepolitik kritisieren, sondern auch konkrete alternative Lösungsmöglichkeiten anbieten. Dazu zählt neben Wind, Photovoltaik und Kleinwasserkraft z.B. ein auf Biomasse beruhendes Kraft-Wärme-Kopplungssystem für die größte Zuckerfabrik der Provinz, Central Azucarera De la Carlota.

Die Erfahrung einer anderen großen Zuckerfabrik auf Negros hat gezeigt, dass die Nutzung von Melasse zur Energiegewinnung sinnvoller ist, als auf fossile Energieträger angewiesen zu sein, die durch wenige Großunternehmen und multinationale Konzerne kontrolliert werden. Durch einen unabhängigen Stromproduzenten reduziert GRIPP wesentlich die Kosten der Stromerzeugung.

Des Weiteren strebt GRIPP die Einrichtung von ‚Erneuerbaren Energie-Zentren‘ an, die sowohl als Bildungszentren als auch als Interaktionsort beteiligter Projektgruppen dienen können. In diesem Sinne kann der private Investor das Zentrum als Ausstellungsort für lokal erprobte erneuerbare Technologien nutzen, aber auch als Servicestation für den Energiebedarf der Region. Private Unternehmen können auch als Sponsoren für Veranstaltungen auftreten und bei der Erstellung, Verteilung und Präsentation von Lehrmitteln.

GRIPP möchte „grünen” Strom sowie die nachhaltige Entwicklung von Kommunen fördern und ermutigt private Investoren daher zu einem ethischen Code, der die gemeinsame soziale und ökologische Verantwortung umfasst.”

Investoren, die Interesse an dem Projekt haben, können sich bei Britta Horstmann melden.


zuletzt geändert am 15.05.02