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Buchbesprechungen

Ethische Geldanlagen

Kompakt, gut lesbar, fundiert: Das Buch von Antje Schneeweiß klärt in vorbildlicher Weise auf über die Grundlagen, Varianten und konkreten Möglichkeiten, Geld ethisch anzulegen. "Ethisch" meint dabei mehr als nur ökologisch, denn nicht auszuschließen sind ja unsoziale, inhumane Praktiken "grün" wirtschaftender Unternehmen. Hätten Sie gewußt, daß Aktien vom Ansatz her "ethischer" sind (weil sie eine Beteiligung an Gewinn und Verlust eines Unternehmens darstellen) als Darlehen, die ja u.U. in der Schuldenfalle münden können?

Daß die Geldanlage hierzulande fast "durch die Bank" nur mit Blick auf die Rendite, nicht aber auch auf die Verwendung dieser Gelder erfolgt, ist schon ein trauriges Faktum. Erschreckend aber ist, daß - anders als in den angelsächsischen Ländern - oft auch Organisationen, Vereine und Stiftungen, die humane Ziele verfolgen, ihr Geld einfach zur Bank tragen, ohne danach zu fragen, wie damit gearbeitet wird. Die Autorin ist realistisch genug, um das Unmögliche zu fordern: Bisher sind ethische Geldanlagen (ob nun direkt fördernd oder bloß vermeidend) viel zu geringvolumig, um auf dem Finanzmarkt entscheidende Hebelwirkung zu entfalten, aber sie sensibilisieren diesen Markt allmählich für das Thema.
 

PM
Antje Schneeweiß: Mein Geld soll Leben fördern, Hintergrund und Praxis ethischer Geldanlagen, hrsg. v. Institut für Ökonomie und Ökumene SÜDWIND e.V., Matthias-Günewald-/Neukirchener Verlag 1998, 240 S., 34 DM

Zukunftsfähig durch Solidarität

Das Standardwerk "Zukunftsfähiges Deutschland" (ZD) des Wuppertal-Instituts (Hrsg.: BUND und das katholische Hilfswerk MISEREOR) hat seit seinem Erscheinen 1996 einige Nachfolgepublikationen angeregt. Zu den lesenswerten Umsetzungs- und Vertiefungsmaterialien des ZD für unterschiedliche Zielgruppen gehört "Zukunftsfähig durch Solidarität, Visionen brauchen Fahrpläne". Das - ebenfalls von MISEREOR - 1997 herausgegebene 136-seitige Heft (Preis: 16 DM) stellt zahlreiche und ermutigende Beispiele vor, wie man hierzulande konkret etwas für mehr Gerechtigkeit in der Nord-Süd-Ungleichheit tun kann, und das heißt zugleich auch für ein zukunftsfähigeres Deutschland.

Zwar kommt die Frage des Entschuldungsengagements relativ ausführlich zur Sprache, der Finanzaspekt nachhaltiger Entwicklung im Süden wie im Norden könnte aber in den Beiträgen noch stärker belichtet werden. Es ist zu wünschen, daß sich gerade auch in kirchlichen Kreisen ein noch bewußterer Umgang mit den Finanzen durchsetzt.

KM


Bezug: Misereor Vertriebsgesellschaft, Boxgraben 73,52064 Aachen, Tel. 0241/479860

Bericht zur Lage der Welt

Ausführlich zur Sprache kommen die kritischen, an die Weltfinanzen zu stellenden Fragen im diesjährigen Sonderbericht von Germanwatch Sustainable Germany: Deutsche Verantwortung und die Lage der Welt 1999 zum Worldwatch-Report "Zur Lage der Welt" (Fischer TB 2490, 1999, 334 S, 24,90). Germanwatch wird ab dem Jahr 2000 regelmäßig ein "deutsches" Kapitel zu dem Jahresbericht beisteuern.
 
KM



zuletzt geändert am 20.3.1999