StartseitePublikationen  >  Germanwatch-ZeitungNr. 2/01

Aufruf zur gewaltfreien Klima-Demo am Samstag, 21. Juli in Bonn

Das Inkrafttreten des Klimaprotokolls von Kyoto hängt am seidenen Faden. Neun Jahre lang wurde verhandelt, um endlich einen rechtlich verbindlichen Einstieg in den internationalen Klimaschutz zu erreichen. Es kam ein Protokoll heraus, das voller Fehler steckt und längst nicht die notwendigen Ziele anpeilt. Und dennoch - ohne diesen deutlich verbesserungswürdigen Einstieg in ernsthafte Klimapolitik ist das Einschwenken auf einen klimaverträglichen Pfad noch viel schwieriger.

Jetzt wird sich zeigen, wie viele Menschen bereit sind, für den Klimaschutz auf die Straße zu gehen; um ein Zeichen zu setzen, das den Politikern klarmacht, dass sie über das Schicksal von Millionen von Menschen entscheiden. GERMANWATCH ruft dazu auf, sich an der geplanten Demonstration der Umwelt- und Entwicklungsverbände zu beteiligen, die der BUND organisiert. Einen Tag später werden Minister aus aller Welt vermutlich das Schicksal des Kyoto-Protokolls besiegeln. Das Klimaschutzprotokoll darf nicht torpediert und versenkt, sondern muss gerettet werden - und dazu ist diesmal der Druck der Menschen notwendig. Kommen auch Sie. Zeigen Sie, dass Sie hinter dem Klimaschutz und (demonstrierend) vor dem Verhandlungsort stehen.


Grafik: BUND
Das Kyoto-Protokoll wurde 1997 verabschiedet. Doch in den meisten Industriestaaten stiegen die Emissionen trotzdem weiter. Jetzt, wo durch die Ratifizierung und das Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls dieses rechtsverbindlich werden soll, wollen einige der größten Klimasünder, vor allem die USA, aber auch Australien und Kanada, ganz "ausreißen". Auch die EU ist kein Musterknabe - in vielen EU-Staaten steigt der Ausstoß an Treibhausgasen. Ohne einen rechtlich verbindlichen Vertrag wird sich daran wenig ändern. Es werden dann auch nicht die notwendigen Technologien schnell in den Markt eingeführt, die es Entwicklungsländern erlauben, ihre sozialen und ökonomischen Ziele ohne übermäßige Steigerung ihrer Emissionen zu erreichen. Deshalb muss jetzt die Entscheidung für das Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls fallen. Und alle, denen der Klimaschutz ein Anliegen ist, sollten das deutlich demonstrieren.

Was ist geplant?

TeilnehmerInnen aus aller Welt sollen morgens das riesige Rettungsboot auf dem Münsterplatz in Bonn bauen: über 40 m lang, 4 m hoch und fast 6 m breit! Bringen Sie nach Möglichkeit eine hölzerne Planke mit, die mit einer Botschaft an die Politiker versehen wird. (Das Holzstück soll sehr dünn (etwa 5 mm), 100 cm lang und 10 cm breit sein.) Nach dem Bau wird ein farbenprächtiger Marsch zum Ort der Klimaverhandlungen folgen. Begleitet wird der Marsch von Musik und einigen kurzen Reden zum Thema Klimapolitik. Ein blaues Meer aus Menschen soll das Rettungsboot umgeben. Deshalb sollten Sie möglichst blaue Kleidung tragen oder sich gar als Kapitän, Fisch oder einen anderen Meeresbewohner verkleiden. Die kräftigeren TeilnehmerInnen ziehen das schwere Boot mit dicken Tauen. Gegen 13.00 Uhr kommen sie am Zielort an.

Als ein riesiges Mahnmal soll das Rettungsboot dann bis zum Ende der Konferenz dienen: Ein Rettungsboot für den Klimaschutz, für das Kyoto-Protokoll und die Opfer des Klimawandels.

Die Aktion setzt ein Symbol, das Politiker und die Weltpresse nicht ignorieren können. Die Aktion wird aber nur dann ein Erfolg, wenn möglichst viele sich beteiligen. Mehrere Tausende Menschen werden in Bonn erwartet, die tatkräftig ihre Hilfe einbringen.

Seien auch Sie darunter!
 
 
Ein Rettungsboot für das Klima

Das Boot wird am Samstag (21. Juli) ab 9.30 auf dem Münsterplatz in Bonn gebaut. Am Samstag Abend steigt die große Bootsbauer-Party. Die Abreise erfolgt am Sonntag.

Eine vorherige Anreise ist möglich - kostenlose Übernachtungsmöglichkeiten gibt es in Schulen und Sporthallen (Schlafsack und Isomatte nicht vergessen!). Auch für das leibliche Wohl ist zu günstigen Preisen gesorgt.

Um eine günstige Anfahrt nach Bonn zu ermöglichen, fahren Busse von verschiedenen Ländern innerhalb Europas (Bulgarien, Dänemark, England, Estland, Frankreich, Ungarn, Lettland, Litauen, Niederlande, Polen, Schottland, Schweden, Schweiz und Deutschland). In Deutschland starten die Busse von den Städten Berlin, Bremen, Dresden, Hamburg, Hannover, Heidelberg, Kassel, Kiel, Lüneburg, Magdeburg, München und Nürnberg.Um die Planung der Aktion etwas zu erleichtern, kann man sich auf der Webseite schon einmal vorab registrieren. Vor allem wer übernachten oder mit dem Bus anreisen will, sollte sich anmelden. 

Genauere Informationen über die Route der Busse gibt es bei:

Annette Littmeier:
annette.littmeier@bund.net

unter der Telefon-Hotline:
++49 (0)30/ 275 864 55

und auf der Homepage:
www.dasrettungsboot.de

oder per Post:
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)
Am Köllnischen Park 1
10179 Berlin


zuletzt geändert am 11.7.01