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GERMANWATCH - Zeitung Nr. 2/01: Kurzberichte


"e-mission 55" - Unternehmer für Kyoto

Auf dem UN-Klimagipfel in Bonn will eine schnell wachsende Zahl von Unternehmen eine "Klimaerklärung der Wirtschaft" präsentieren. Sie bekennen sich zum Kyoto-Protokoll und fordern das Inkrafttreten bis spätestens 2002. Binnen fünf Wochen haben sich mehr als die angestrebten 55 internationalen Unternehmen der neuen Wirtschaftsinitiative "e-mission 55 - Business for Climate" angeschlossen (siehe: www.emission55.com). "Das schnelle Wachstum dieser Unternehmens-Initiative zeigt, dass die Wirtschaft einen verbindlichen internationalen Rahmen für Klimaschutz braucht, um die Innovationskraft zu stärken und die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern", erklärt Gerd Tenzer, Vorstandsmitglied der Deutschen Telekom AG, dem Hauptinitiator von e­mission 55.

Zu den Initiatoren gehören neben der Deutschen Telekom auch der Gerling Konzern, die britische Calorgas, die schweizer Bank Sarasin, die niederländische CSS Telecom, die Deutsche Bahn, der Otto-Versand und die deutsche SolarWorld. Die Initiative wurde Ende Mai 2001 von e5, dem European Business Council for a Sustainable Energy Future, ins Leben gerufen. GERMANWATCH und WWF unterstützen sie. Der Name "e-mission 55" hat Symbolcharakter: Das Kyoto-Protokoll tritt nur in Kraft, wenn 55 Staaten, die zugleich mindestens 55 Prozent der Industrieländeremissionen repräsentieren, das Abkommen ratifizieren.

Kontakt: Susanne Saha, emission55@web.de
 

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Kohle: USA überholen China

Während im Jahr 1990 China noch der größte Verbraucher der klimaschädlichen Kohle war, hatten im Jahr 2000 die USA China überholt. Bis 1996 stieg der Kohleeinsatz in China heftig, aber seitdem sank er um fast 30 Prozent - und mit ihm der CO2-Ausstoß. Die USA hingegen hatten von allen Staaten weltweit den größten absoluten Anstieg des Kohleeinsatzes (vgl. Arbeitspapier Germanwatch / Ludwig-Bölkow-Systemtechnik: Analysis of BP Statistical Review of World Energy with respect to CO2-Emissions, 2te Ausgabe, Juli 2001). Die US-Kritik am Kyoto-Protokoll, Entwicklungsländer - vor allem China - müssten bereits jetzt einbezogen werden, klingt damit immer absurder. Das Land mit dem größten Treibhausgasausstoß verhält sich so, als wolle es sich das Privileg sichern, pro Kopf das Vielfache in die Atmosphäre zu blasen wie andere Staaten. Dieser Trend und der Ausstieg der USA aus ernsthaftem internationalem Klimaschutz verschlechtert die Chancen, dass wichtige Entwicklungsländer sich in der nächsten Verpflichtungsperiode zu einer Begrenzung des Anstiegs von Treibhausgasemissionen bereit erklären.
 

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Flugverkehr auf der Kippe

Der Flugverkehr ist jetzt also endlich unter politischen Handlungsdruck gekommen. Das Umweltbundesamt ist dabei einer der am stärksten drängenden Akteure.

Zur Vollversammlung der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation im September diesen Jahres muss möglichst hoher Erwartungsdruck aufgebaut werden. Denn von dort soll endlich grünes Licht kommen, dass Maßnahmen zur Begrenzung der Klimaemissionen des Flugverkehrs erfolgen. Wenn es nicht international klappen sollte, dann wenigstens im europäischen Alleingang. Noch länger kann nicht gewartet werden.

Dabei wäre vermutlich sogar die europäische Luftfahrtbranche ein Gewinner, denn die hiesigen Fluggesellschaften fliegen moderne, kraftstoffsparende Maschinen, und der europäische Flugzeugbauer Airbus bietet viel sparsamere Flugzeuge an als der Wettbewerber Boeing, dessen neues Flugzeugkonzept "Sonic Cruiser" 20 Prozent mehr Kerosin verbraucht als die heutigen Flugzeuge - gegenüber dem Super-Airbus A 380 sind es sogar 35 Prozent.

Doch die Technik allein kann nicht alles richten. Auch wir als Nachfrager sollten uns der Herausforderung stellen. Eine Stunde Fliegen in einem durchschnittlich besetzten Passagierflugzeug verursacht, auf den einzelnen Fluggast umgerechnet, mehr Treibhausgasemissionen als ein Mensch in Bangladesh in einem ganzen Jahr durch alle seine Aktivitäten bewirkt. Schaffen wir es angesichts dessen, wenigstens nicht noch viel mehr zu fliegen? Denn der Rest der Welt - gegenwärtig ist nur etwa 7 Prozent der Menschen jemals geflogen - hat noch großen Nachholbedarf.

Manfred Treber
 

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Nachhaltigkeit von Kapitalanlagen und Verbraucherschutz

Kooperationsprojekt GERMANWATCH und Verbraucherministerium NRW

Wie kann die deutsche Nachhaltigkeits-Berichtspflicht im Rahmen der "Riester-Rente" zu einem wirkungsvollen Verbraucherinstrument entwickelt werden? Die Erfahrungen in Großbritannien mit einem Mitte 2000 in Kraft getretenen, fast wortgleichen Gesetz sind ermutigend. Zahlreiche Formen des sozialen und ökologischen Engagements wurden entwickelt: Sei es durch Ausschluss bestimmter Branchen ("Ausschlusskriterien"), durch konstruktive Kritik der Fondsmanager bei der Unternehmensleitung ("Engagement") oder durch Begrenzung der Investitionen auf die sozial und ökologisch Besten der hochrentablen Anlagen ("Best in Class"). Jetzt gilt es, folgende Fragen für Deutschland zu beantworten:

Wie können sinnvolle Kriterien für die Berichte entwickelt werden?
Wie gelingt es, Transparenz zu schaffen, damit der Verbraucher einen Überblick über die angebotenen Altersvorsorgeprodukte und ihre Nachhaltigkeitskriterien bekommt?

Diese Fragen wurden am 19. Juni auf einem Expertenworkshop der beiden Kooperationspartner diskutiert und mit vielen Ideen beantwortet. Ende November wollen wir weiterführende Ergebnisse auf einer Konferenz diskutieren und einer breiteren Öffentlichkeit präsentieren. Interessierte sind herzlich eingeladen.

Stefan Rostock

Kontakt:
Tel. 0228 - 60492-11
rostock@germanwatch.org
 

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zuletzt geändert am 11.7.01