Christoph Bals
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Seit sechs Jahren habe ich jeden
Tag der UN-Klimaverhandlungen mit verfolgt. Mit Zorn und Unverständnis
sehe ich jetzt, dass einige Länder - allen voran der größte
Treibhausgasemittent USA - statt eines rechtsverbindlichen Klimaschutzabkommens
einen Trümmerhaufen sehen wollen. Realisieren die Verantwortlichen
denn noch, dass sie um das Schicksal von Millionen von Existenzen verhandeln?
Ich habe auf den Philippinen gesehen, wie durch den steigenden Meeresspiegel
jedes Jahr das Salzwasser einen halben Meter näher an die Trinkwasserreserven
der zweitgrößten Stadt Cebu näher rückt. Mit meiner
Familie habe ich ein Dorf besucht, wo kurz vorher zwölf Menschen gestorben
waren, weil sie wegen der ungewöhnlichen Dürre nur noch giftige
Wurzeln essen konnten. Wir haben mit Bauern geredet, die wegen des ungewöhnlichen
Wetters viel weniger ernten als bisher. Der globale Klimawandel wird für
ungezählte Menschen zur Existenzfrage. Und die Staaten der Welt schaffen
es nicht, energisches Handeln zu vereinbaren. Die USA als an Geld und Treibhausgasen
reichste Nation will ihren Treibhausgasausstoß weiter steigern und
steigt aus dem Kyoto-Protokoll aus, bevor es in Kraft getreten ist.
Das GERMANWATCH-Team hat in den letzen Wochen unzählige Politiker und Journalisten angerufen, informiert, gedrängt. Wir werden auf dem Klimagipfel in Bonn präsent sein, Delegierte briefen, Veranstaltungen organisieren, Vorschläge einspeisen, Journalisten mit Informationen versorgen und am Samstag, den 21. Juli für den Klimaschutz demonstrieren. Ich würde mich freuen, wenn Sie diese Arbeit durch eine Spende unterstützen könnten. |