| Liebe Leserin, lieber Leser,
Am 31. Mai wollen Deutschland und
alle anderen EU-Länder ihre Ratifizierungsurkunden des Kyoto-Protokolls
beim UN-Klimasekretariat hinterlegen. Dass damit das Protokoll beim Weltgipfel
für Umwelt und Entwicklung in Johannesburg in Kraft treten kann ist
dennoch unwahrscheinlich. Die USA werden nach wie vor nicht ratifizieren,
und der Ratifizierungsprozess in anderen, für das Inkrafttreten notwendigen
Ländern - vor allem Russland - wird sich noch verzögern. Mit
der Ratifizierung des Kyoto-Protokolls verpflichten sich die Vertragsstaaten
zu rechtlich verbindlichen Emissionsreduktionen; ein erster wichtiger Schritt
angesichts bisher fehlender Verbindlichkeiten bei der Umsetzung internationaler
Umweltabkommen und der Durchsetzung des Verursacherprinzips.
Mit der Reduzierung von Treibhausgasen
beginnen wir endlich einer wichtigen Verpflichtung nachzukommen. Doch werden
wir damit auch unserer Verantwortung in Anbetracht wachsender Schäden
durch den Klimawandel gerecht? Wohl kaum. Immer noch klafft eine große
Gerechtigkeitslücke. Der gesamte afrikanische Kontinent hat nur einen
Anteil von drei Prozent an den weltweiten Kohlendioxid-Emissionen. Ein
Inder verursacht eine Tonne CO2 pro Jahr, ein Deutscher 10 Tonnen. Es sind
aber gerade die Entwicklungsländer und hier insbesondere die arme
Landbevölkerung, die am stärksten vom Klimawandel betroffen sind.
Sie haben die Folgen des Klimawandels im wahrsten Sinne des Wortes auszubaden.
Sie können es sich nicht leisten, teure Deiche zu bauen und kämpfen
bereits heute mit der Versalzung von Trinkwasser und langen Dürreperioden.
Sie haben keine Versicherung, und weder nationales noch internationales
Recht schützen die Betroffenen bisher.
Wer aber haftet für die Schäden?
Wie kann eine Struktur der politischen und finanziellen Verantwortungsübernahme
für die Folgen des globalen Klimawandels aussehen? Am 31. Mai startet
GERMANWATCH die Klima-AUSBADE-Kampagne, die sich genau mit diesen Fragen
beschäftigt. Unterstützen Sie unsere Kampagne mit Ihrem Engagement
- denn der Süden soll die Folgen des Klimawandels nicht alleine ausbaden!
Herzlichst
Britta Horstmann |