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> Nr. 2/99
1999: Berichte von WORLD- und GERMANWATCH
Dem Worldwatch
Institute geht es in seinem Report "Zur Lage der Welt 1999" (Fischer
TB 2490, 1999, 334 S, 24,90 DM) darum, nachzuzeichnen, welche langfristigen
ökonomischen, sozialen und ökologischen Veränderungen im
20. Jahrhundert dazu geführt haben, daß heute das Wohlstandsmodell
der Industrieländer ein Auslaufmodell ist. Es reißt die Lücke
zwischen arm und reich immer stärker auf und verlangt einen unbezahlbar
hohen Preis: die globale Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen.
Ausführlich stellt das Buch dem 20. Jahrhundert die Diagnose auf dem
Energie- und Klimasektor (die Verbrennung der fossilen Brennstoffe zeitigt
schon jetzt eine anthropogene Klimaänderung mit katastrophalen Folgen,
und spätestens 2100 sind die Lagerstätten erschöpft), im
verschwenderischen Materialverbrauch, in der Überforderung der Meere,
im Abbau der pflanzlichen Biodiversität, in der Verstädterung
und in den gewaltsamen Konflikten. Einen Ausweg aus der Globalkrise kann
allein ein nachhaltiger Umgang mit den natürlichen Ressourcen bringen.
Und klar ist mittlerweile auch, was nachhaltig ist - also herausreden kann
sich niemand mehr. Das Buch liefert dazu die Stichworte: Sonnenenergie
(inkl. Windenergie), Fahrrad, Schiene, langlebige Produkte, Recycling,
umweltgerechte Produktionskosten, umwelttransparente Produktion, Stärkung
von Partizipation und NRO sowie internationale Umweltabkommen mit Durchsetzungskraft.
Die aktuelle GERMANWATCH-Broschüre
Sustainable Germany ist eine gute Ergänzung des Buches und behandelt
vor allem die deutsche Verantwortung im Bereich Ressourcen- und Klimaschutz,
Weiterentwicklung der WTO und des Weltfinanzsystems, inbesondere durch
Entschuldungen.
PM
WTO und die Lage der Frauen
Entgegen aller hehren Worte der WTO
von einem besseren Leben für jedermann - die Liberalisierung
des Handels bringt für die Frauen in Entwicklungsländern in der
Regel eine Verschlechterung ihrer Lebens- und Arbeitsbedingungen mit sich.
Sie müssen zu Hungerlöhnen, ungesichert und oft gesund-heits-gefährdet
arbeiten (z.B. in exportorientierten Monokulturen oder in der Textilherstellung,
letzteres oft auch in Heimarbeit und unter Beteiligung der Kinder) und
verlieren ihre traditionell bedeutsame sozio-ökonomische und auch
ökologisch positive Rolle. Das Buch belegt eindeutig: Handel ist keineswegs
geschlechtsneutral und - damit zusammenhängend - auch nicht umweltneutral.
Die WTO hat diese Zusammenhänge
bisher kaum beachtet. Der Band dokumentiert die Bemühungen von NRO,
insbesondere der Informal Working Group on Gender and Trade (IWGGT), dies
zu ändern.
PM
Gender Focus on the WTO, Uppsala
1999, Global Publications Foundation
zuletzt geändert
am 06.07.1999