StartseitePublikationen  >  Germanwatch-ZeitungNr. 2/99

Meldungen

WTO und Bananenmarkt

Die seit 1.1.1999 gültige EU-Bananenmarktordnung verstößt nach dem letzten Schiedsspruch gegen die WTO-Regeln. Die EU wird diesmal keine Berufung einlegen, sondern versuchen, die Marktordnung zu ändern, entweder durch eine Weiterentwicklung des Quotensystems oder eine Zoll-Lösung. Es geht der EU dabei darum, Bananen aus AKP-Staaten begünstigt zu behandeln. Die WTO hat zwar keine Einwände gegen ein Quotensystem,  jedoch sind spezielle Quoten für AKP-Staaten nicht gestattet. EUROBAN, der europäische Zusammenschluß von NGOs zum Bananenhandel, plädiert für eine Zoll-Lösung mit einer Reinvestition der Einnahmen in eine kleinbäuerliche, sozial- und umweltverträgliche Produktion.
MS

Kein Rindfleisch aus USA

Im Handelsstreit um Hormonfleisch aus den USA bereitet sich Europa auf eine teure Beilegung vor. Bis zum 13.5.1999 hätte die EU-Kommission eine Studie vorlegen müssen, die die Risiken durch den Verzehr belegen. Diesem Termin konnte sie nicht nachkommen, hält aber das Importverbot aus Gründen des vorsorgenden Gesundheitsschutzes weiterhin aufrecht. Dafür  bietet sie den USA Ausgleichszahlungen an. Wahrscheinlich wird es zu einer Verschärfung des Han-delsstreites  durch  Strafzölle der USA kommen.
MS

Blumen aus fairem Handel

"Blumen sollen Freude schenken!" So oder ähnlich lauten die gängigen Verkaufsslogans - über die häufig weniger erfreulichen Produktions- und Handelsbedingungen wird dabei nicht gesprochen: Von den für acht Milliarden DM bei uns jährlich verkauften Blumen wird ein großer Teil in Latainamerika und Afrika auf Monokulturen und zu Hungerlöhnen aufgezogen, häufig unter Einsatz gesundheitsschädigender Chemikalien (und unter verschwenderischem Ressourcenverbrauch per Flugzeug tausende Kilometer weit transportiert).

Seit April dieses Jahres sind "faire" Blumen aus dem Flower Label Programm (FLP) im Handel, die für eine sozial- und umweltverträgliche Produktion stehen. Dafür soll eine unabhängige Kontrolle sorgen,  z.B. durch terre des hommes

NH
 


zuletzt geändert am 06.07.1999