Ernährungsicherung im
Senegal
"Eine gesicherte Ernährungsgrundlage
ist zur Zeit für über ein Drittel der senegalesischen Bevölkerung
durch unterschiedliche endogene und exogene Faktoren nicht gewährleistet."
Zu diesem Ergebnis kommt die Studie durch eine gründliche Analyse
der spezifischen "hausgemachten" Gründe, aber auch der internationalen
Einflüsse, die die Ernährungssicherung des Senegals bestimmen.
Die Autoren entwickeln auf dieser Basis konkrete Handlungsoptionen für
Politik und Nichtregierungsorganisationen, um gezielt der zunehmenden Verschlechterung
der Ernährungslage entgegenwirken zu können.
Doevenspeck u.a.: Ernährungsicherung
im Senegal - Risikofaktoren und Handlungspotentiale, 66 S. DIN A4, Bonn
1999, 8 DM + Versand
Agenda 2000: Entwicklungspolitische
Bewertung der Agrarreform
"Mehr Kohärenz zwischen Entwicklungs-,
Agrar- und Handelspolitik kann zwar die Interessengegensätze nicht
aus der Welt schaffen, sie kann aber dazu beitragen, Lösungen zu finden."
Anhand dieses roten Fadens untersucht die Studie die Agenda 2000, mit der
die EU unter anderem zur Reform ihrer gemeinsamen Agrarpolitik ansetzt.
Welche Fortschritte und Risiken bringt dieser neue Reformansatz für
die Entwicklungsländer, ihre Agrarmarktchancen und letztlich ihre
Ernährungssicherung? Indem die Broschüre das Problem in die internationale
Vertrags und Verhandlungslage einbettet, kann sie die Ungereimtheiten -
insbesondere auch der deutschen Politik - aufzeigen und konkrete Vorschläge
zur Ausgestaltung einer zukunftsfähigen europäischen Agrarpolitik
entwickeln.
Martina Schaub: Agenda 2000: Entwicklungspolitische
Bewertung der Agrarreform, 40 S. DIN A4, Bonn 1999, 8 DM + Versand
Entwicklungstheorien
Der Band vereinigt die 31, für
die Buchfassung zumeist überarbeiteten und aktualisierten Aufsätze,
die 199599 in der Zeitschrift E+Z im Rahmen einer entwicklungstheoretischen
Reihe erschienen sind. Die sehr klar formulierte und erhellende Einleitung
des Herausgebers stellt die einzelnen Ansätze in die großen
Theorie und Praxiszusammenhänge und zieht die Linie durch bis zum
neuen pragmatischen Konzept der Weltbank, dem "comprehensive development
framework" oder "Post-Washington Consensus": Im Unterschied zum neoliberalen
Modell des "Washington Consensus" wird Entwicklung hier nicht mehr (nur)
als wirtschaftliches Wachstum verstanden, sondern als gesamtgesellschaftliche
Transformation, zu der es der gleichzeitigen Entwicklung vieler Handlungsfelder
einer Gesellschaft bedarf (z.B. Rechtssicherheit, fähige Bürokratie,
Bildung, Gesundheit, Emanzipation der Frauen, Umwelt).
Ausgehend von den Grundeinsichten,
1.daß jedes Handeln, also auch das entwicklungspolitische, immer
auf theoretischen Annahmen beruht; 2. daß es dem Handeln und natürlich
der Theorie förderlicher ist, es nicht bei impliziten Annahmen zu
belassen (deshalb ist auch das Buch ein sehr nützlicher Praxisbegleiter)
sowie 3.daß die gesellschaftstheoretischen Großtheorien nicht
falsifiziert und mithin nicht ad acta gelegt werden können, (sondern
zumindest in Teilbereichen immer wieder fruchtbar anzuwenden sind) entwickeln
sich die neueren entwicklungstheoretischen Ansätze eher in der Nähe
zur entwicklungspolitischen Praxis und handlungsorientiert strategisch
(etwa im Sinne des Nachhaltigkeitskonzeptes), weniger als systematisch
stringente Großtheorien. Insbesondere steht der Mensch und seine
Partizipation an der Entwicklung heute viel stärker im Mittelpunkt
der Theorie als in den früheren Ansätzen zweifellos ein
Fortschritt, zumindest in der Theorie.
Reinold E. Thiel (Hrsg.): Neue Ansätze zur Entwicklungstheorie, Bonn 1999, Deutsche Stiftung für internationale Entwicklung (Tel. 0228/4001-0, Fax -111), 400 S., kostenlos