Nachhaltige "Riester-Rente"
im Internet
GERMANWATCH und das Ministerium für Umwelt- und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes NRW (MUNLV) haben die Internetseite "Riester-Produkte mit Nachhaltigkeitskriterien" gestartet.
Unter www.germanwatch.org/rio/riester/ können sich Interessierte über die angebotenen "Riester-Produkte" informieren, die bei der Verwendung der Mittel ethische, soziale und ökologische Kriterien berücksichtigen.
Die Altersvorsorgeprodukte orientieren sich in ihrem Anlageverhalten unter anderem am Dow Jones Sustainability Index, der die ökologisch und sozial vorbildlichsten Unternehmen des Dow Jones Indexes beinhaltet, oder am Natur-Aktien-Index, der strenge soziale und ökologische Kriterien anlegt.
Stefan Rostock
Ende Oktober fand der Klimagipfel (COP 8) in New Delhi statt. Ergebnisse des Gipfels sind u.a. Spielregeln für den projektbasierten Emissionshandel in Entwicklungsländern (CDM) oder Details für
den Klimafonds für am wenigsten entwickelte Entwicklungsländer. Die Methodik für die regelmäßigen Berichte über Emissionen und Klimaschutzaktivitäten steht. Aber die Vorbereitungen für die zweite Verpflichtungsperiode nach Kyoto - also nach dem Jahr 2012 - sind kaum voran gekommen. Zwar soll erst ab dem Jahr 2005 diese Verpflichtungsperiode verhandelt werden. Mit New Delhi aber hätten die Vorarbeiten beginnen sollen. Sehr deutlich wurde hier, dass die USA nicht nur durch Nichtbeteiligung den Prozess erschweren, sondern aktiv gegen das Kyoto-Protokoll und den weiteren Prozess agieren.
Alle Welt wartet nun darauf, ob Russland tatsächlich das Kyoto-Protokoll ratifiziert, damit zumindest dieses endlich in Kraft tritt.
Christoph Bals
Am 10. Dezember wird e-mission 55 die Ratifizierung des Kyoto-Protokolls durch die EU mit der Konferenz "Kyoto is Business" in Brüssel feiern.
Die Konferenz will Impulse für mögliche Maßnahmen geben und über die Mechanismen des Protokolls aufklären. Neben Bundesumweltminister Jürgen Trittin werden die griechische Umweltministerin Vasso Papandreou und die EU-Kommissarin Margot Wallström aktuell von der EU-Umweltministerkonferenz berichten, die ebenfalls am 9. und 10. Dezember 2002 in Brüssel stattfindet. In drei Workshops sollen abschließend Erfahrungsberichte von Unternehmen zusammengetragen und Strategiekonzepte erarbeitet werden.
Seit Anfang 2001 hat die Unternehmenskampagne e-mission 55 die Ratifizierung des Kyoto-Protokolls gefordert. Die gemeinsame Initiative von e5 (European Business Council for a Sustainable Energy Future), WWF und Germanwatch scheint jetzt ihr Ziel erreicht zu haben: Mit der Ankündigung Russlands, das Protokoll bis 2003 zu ratifizieren, ist die Umsetzung dieser wichtigen internationalen Klima-Vereinbarung in greifbare Nähe gerückt.
e-mission 55 hat als sichtbares Votum der Wirtschaft für Kyoto auf den Klima-Verhandlungen in Bonn (Juli 2001) und Marrakesch (November 2001) ein Zeichen gesetzt. Mehr als 200 Unternehmen aus allen Teilen der Welt unterstützen e-mission 55 heute. Eine besondere Rolle kommt hier den japanischen Unternehmen zu. Das Engagement großer japanischer Firmen hat mitbewirkt, dass Japan das Kyoto-Protokoll ratifiziert hat.
Das Programm für die Konferenz "Kyoto is Business" am 10. Dezember in Brüssel kann auf der Homepage von e-mission 55 unter oder bei emission55@web.de angefordert werden.
Susanne Saha
GERMANWATCH startet durch - Neue Projekte im Bereich "Nachhaltig Investieren"
Wissen Sie, was ihr Geld macht, wenn es auf der Bank ist? Ist Ihnen egal, was ihr Geld finanziert? Uns nicht. GERMANWATCH wird im nächsten Jahr verstärkt Öffentlichkeitsarbeit zum Thema "zukunftsfähige Kapitalanlage" machen. Mit Hilfe von Hintergrundinformationen für VerbraucherInnen sowie Folienvorträgen und Begleitinformationen für Multiplikatoren soll eine breitere Öffentlichkeit angesprochen werden. Ziel ist ein gesteigertes Bewusstsein für die Folgen des persönlichen Anlageverhaltens und die verstärkte Nutzung bestehender Transparenzvorschriften.
Auch institutionelle Investoren sollen stärker angesprochen werden. Banken und Versicherungen werden gefragt, ob sie bei ihren Investitionen die Risiken des Klimawandels (ausreichend) berücksichtigen. Sowohl die direkten Folgen des Klimawandels (Temperaturanstieg, Zunahme von Starkwetterereignissen u.v.m.) sowie die gesetzlichen Reaktionen darauf (z.B. Vorgaben zur Reduktion von Treibhausgasemissionen) stellen ein unterschätztes Risiko für den Finanzsektor dar. Erfolgversprechende Ansätze wie das "Carbon Disclosure Project", bei dem große Finanzinstitutionen von den 500 größten Unternehmen (FT500) die Offenlegung ihres Kohlenstoffausstoßes fordern, will GERMANWATCH verstärkt in die deutsche Diskussion einbringen.
Stefan Rostock