| Ernüchternd ist
festzustellen, dass sich trotz der bekannten und von der Bundesregierung
anerkannten Klimaschädlichkeit des Flugverkehrs keine Umkehr in der
breit angelegten Förderpolitik des Flugverkehrs vollzogen hat. Eine
wirtschaftlich kränkelnde Branche erhält weiterhin in hohem Umfang
staatliche Unterstützung und ist auf dem besten Weg, sich in Zukunft
zum Dauersubventionsempfänger zu entwickeln. Durch diese Förderung
weist der Flugverkehr zusätzliches Wachstum auf, was die nach Wachstum
dürstende Politik im Zirkelschluss dazu verleitet, weitere Subventionen
in den Luftverkehr zu leiten, ohne die Verantwortung für die Folgen
dieses Handelns hinsichtlich Schäden durch die gleichzeitig vorangetriebene
Klimaänderung übernehmen zu wollen. Aufgrund dieser Konstellation
ist die Flugverkehrsbranche einem großen finanziellen Risiko ausgesetzt:
wenn sich das Auftreten von (statistisch) auf die Klimaänderung zurückführbaren
Wetterextremen mit katastrophalen Folgen in Zukunft noch stärker als
bisher häufen wird, und wenn dann von der Öffentlichkeit politisches
Handeln gegen offensichtliche Klimasünder gefordert wird, die große
Subventionsempfänger und bisher im Klimaschutz nur Trittbrettfahrer
sind, dann wird der Wert bzw. Aktienkurs von Flugverkehrsgesellschaften
drastisch fallen.
Schon aus Eigennutz wäre die Branche folglich gut beraten, den Klimaschutz ernst zu nehmen. Zum einen muss sie zumindest eine Begrenzung des Wachstums ihrer Emissionen akzeptieren, wenn eine Verringerung ihrer absoluten Emissionen schon unrealistisch zu sein scheint. Zum anderen sollte - vermittelt durch sogenannte Kompensationsdienstleister - ein Ausgleich über emissionsmindernde Maßnahmen in anderen Bereichen erfolgen (z.B. Finanzierung von Windparks etc.; vgl. Foliensatz und Begleittext "Klimaschutz im Fluge", Kier u.a. 2003). Auch eine angemessene Verantwortungsübernahme
der Flugverkehrsbranche für den Klimaschutz würde die Politik
aber nicht von ihrer Verpflichtung entbinden, die massive Subventionierung
des zunehmend defizitären (und daher betriebswirtschaftlich erfolglosen)
Flugverkehrs stark zu reduzieren und auf die gesellschaftlich sinnvollen
Bereiche zu begrenzen. Sowohl die Einsparung öffentlicher Gelder als
auch die Beseitigung von wettbewerbsfeindlichen Marktverzerrungen sollten
Grund genug dafür sein.
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