Startseite
> Klima > Politik
> internationale Klimapolitik
COP6 - Die Dramaturgie
Kurze Übersicht über den voraussichtlichen
Ablauf des Klimagipfels von Den Haag
Stand: 15.11.00
-
1. Woche des Klimagipfels (13.-17.11.):
Die Arbeitsebene verhandelt
-
Samstag (18.11.): Verhandlungsführer
Jan Pronk (NL) legt einem Ministertreffen mit 30 ausgewählten Ministern
eine Zusammenfassung der bisherigen Ergebnisse vor. In diesem Text wird
der Verhandlungsführer das "Wasser testen" für mögliche
Kompromißideen.
-
2. Woche des Klimagipfels (ab Montag,
20.11.): es tagen drei Ministerarbeitsgruppen, die von jeweils einem
Nord- und einem Süd-Minister geleitet werden. Arbeitsgruppe 1 (Environmental
and Economic Effectiveness) beschäftigt sich mit den drei Kyoto-Mechanismen
und Senken. AG 2 behandelt die sogenannten "Entwicklungsländerfragen",
wobei es vor allem um Finanzmechanismen zur Unterstützung der Klimaschutz-
bzw. Anpassungsbemühungen von Entwicklungsländern geht. AG 3
wird sich mit dem Non-Compliance Mechanismus (Maßnahmen im Fall der
Nichterfüllung der Kyoto-Ziele) beschäftigen. (Die USA wollen
AG 3 mit AG 1 kombinieren).
-
Am Mittwochabend (22.11.) soll
es dann den Textvorschlag von Verhandlungsleiter Pronk geben. Der soll
am Donnerstag und Freitag diskutiert und dann - mit entsprechenden Modifikationen
- verabschiedet werden. Diese Top-Down-Vorgehensweise bedeutet, daß
die Minister die wesentlichen Entscheidungen treffen werden. Am Schluß
wird ein Paket nach dem Motto "Friß oder Stirb" vorliegen und dann
ist die Frage, wer mitmacht. Es ist damit zu rechnen, daß sich dieser
Prozeß bis Samstag morgen hinziehen kann. Wegen der angepeilten Entscheidungsstruktur
ist außerdem damit zu rechnen, daß sich die Auseinandersetzung
auf einige zentrale Punkte beziehen wird und viele wichtige, aber eher
technische und nicht so politische Fragen unbefriedigende Antworten finden.
Eventuell können aber auch Integritäts-Filter in diesem Kleingedruckten,
das relativ wenig diskutiert verabschiedet wird, integriert werden.
-
Etwa ab Donnerstag Abend (23.11.)
wird sich für alle Staaten die Frage stellen: sollen wir oder sollen
wir nicht? In dem Fall, daß der Klimagipfel scheitert - einiges spricht
dafür - ist zentral, daß der Klimagipfel von Den Haag als nicht
abgeschlossen erklärt und eine zweite Verhandlungsrunde in etwa fünf
Monaten beschlossen wird. Auch für Regierungen, die ein integeres
Abkommen wollen, werden sich die Fragen stellen: Wieviele Schlupflöcher
sind in einem "Klimaschutz"abkommen zu verkraften? Kann ein Scheitern nicht
die Öffentlichkeit wachrütteln, sodaß einige Monate später
ein besseres Ergebnis zu erreichen ist?
Beachten Sie bitte auch die aktuellen
Informationen auf unserer Klimagipfel-Seite!
zuletzt geändert
am 15.11.00