Mercator-Gymnasiums und der
Globus-Gesamtschule am Dellplatz wagten einen Blick aus dem All auf die
Erde. Und was sie sahen, stimmte sie nachdenklich. In einer "Klimaexpedition"
zeigte Germanwatch den Zehntklässlern Satelliten-Aufnahmen, die die
Folgen des Klimawandels auf der Erde und in der Atmosphäre dokumentieren.
Im Rahmen des Projekts Energiesparen an Duisburger Schulen (ESPADU) befasst sich der Physik-Kurs der zehnten Jahrgangsstufe am Mercator-Gymnasium seit diesem Halbjahr mit dem Thema Energie. Umwelt- und Schuldezernent Dr. Peter Greulich sieht angesichts des Klimawandels ein hohes Maß an individueller Verantwortlichkeit. Gerade das Schulprojekt gibt den Anstoß zu konkreten Handlungen für Schüler und Lehrer im eigenen Lebensumfeld. Demonstrationsprojekte wie die solare Handytankstelle weisen auf den lebenspraktischen Bezug zu regenerativen Energien hin, erläutert Martin Halbrügge vom ecoteam, das die ESPADU-Betreuung an den Schulen gewährleistet.
So wird nun in Kooperation mit der Energieagentur NRW, dem Umweltamt der Stadt Duisburg, dem Umweltschutzverein Germanwatch sowie dem Beratungsverbund "ecoteam" ein "Tag der erneuerbaren Energien" durchgeführt. Dabei sollten nicht nur die Chancen der Energienutzung, sondern auch die Risiken eines unkontrollierten Energieverbrauchs hinterfragt werden. Dazu diskutierten die 16- und 17-Jährigen das Für und Wider einer Energiewende im Spannungsfeld zwischen Klimaschutz, radioaktiver Gefährdung und Versorgungssicherheit. In einem kurzen Filmbetrag wurden noch einmal die Folgen der Katastrophe von Tschernobyl vorgeführt. In einem Reaktor-Block des Kernkraftwerkes in der damaligen UdSSR (heutigen Ukraine) kam es nach einem unkontrollierten Temperaturanstieg zum GAU, der Reaktor explodierte.
"Wenn wir nicht mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien zügig fortfahren, hier in NRW und auf der ganzen Welt, wird sich ein im großen Maßstab gefährlicher Klimawandel nicht verhindern lassen, von dem besonders die armen Menschen in Entwicklungsländern betroffen sein werden", so Sven Anemüller, Referent für Klima und Entwicklung der Nord-Süd-Organisation Germanwatch.
Dipl.-Ing. Martin Bang von der Energieagentur NRW betonte neben den ökologischen Vorteilen der erneuerbaren Energien auch die beruflichen Perspektiven für den Ingenieur von morgen. "Es werden sich im Umfeld der regenerativen Energien zahllose neue Möglichkeiten der beruflichen Beschäftigung ergeben", erklärte Bang. Experten rechnen damit, dass in den nächsten 20 Jahren bis zu 500.000 neue Arbeitsplätze in Deutschland in diesem Bereich geschaffen werden können.
Am morgigen Samstag, 30. April, findet die zehnte Auflage des bundesweiten Tages der erneuerbaren Energien statt. In NRW werden aus diesem Anlass unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten Peer Steinbrück Anlagen zur Nutzung regenerativer Energien der Öffentlichkeit vorgestellt.
Weitere Informationen:
(Quelle: Presseinformation der Energieagentur NRW, 29.4.05)