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Auf dem Gleis zur Nachhaltigkeit

Kennzahlen der Indischen Eisenbahn
 
 

Die Eisenbahn in Indien (Indian Railways - IR) weist bemerkenswerte Eigenschaften auf, wenn man sie unter Nachhaltigkeitskriterien betrachtet.

Sozialer Aspekt:

IR bietet in großem Ausmaß preiswerte Beförderungsleistungen bei akzeptabler Beförderungsqualität an: Der durchschnittliche Ertrag pro Personen-Kilometer (=Pkm; die Leistung, eine Person einen Kilometer zu befördern) lag im Geschäftsjahr 2000 bei 0,23 Rupien (entspricht etwa 1 Pfennig bzw. einem halben Eurocent). Entsprechend intensiv wurde diese Leistung nachgefragt: 457 Mrd. Pkm wurden im Berichtsjahr erbracht, was knapp vor China Weltspitze ist.

IR zählt sich mit 1,5 Millionen Beschäftigten zu den weltweit größten Arbeitgebern. Etwa die Hälfte der Ausgaben von IR entfallen auf Löhne.

Ökonomischer Aspekt:

Die Indische Eisenbahn weist bei ansehnlichen Gewinnen seit Jahren ein kräftiges Wachstum von jährlich über fünf Prozent auf. Ein sehr hoher Teil der Wertschöpfung der Dienstleistung wie auch bei der Herstellung der Fahrzeuge und Anlagen [über 95 Prozent] wird im Inland erbracht, was für ein Entwicklungsland bemerkenswert viel ist. Entsprechend werden viele High-Tech-Erwartungen enttäuscht und stattdessen eher Low-Tech-Lösungen mit deutlich besserem Preis-Leistungs-Verhältnis bevorzugt.

Ökologischer Aspekt:

Aufgrund der hohen Auslastung der Züge (auch durch ein modernes elektronisches Reservierungssystem ermöglicht) wird die Beförderungsleistung mit bemerkenswert hoher Energieeffizienz und entsprechend geringen Treibhausgasemissionen erbracht: Eigene grobe Abschätzungen unter der Annahme, dass die Hälfte des Energieverbrauchs durch Personenverkehr verursacht wird, ergeben im Personenverkehr im Durchschnitt einen äquivalenten Primärenergieverbrauch von etwa 0,5 Litern Dieselkraftstoff pro 100 Personenkilometern.

Quelle:
Indian Railways Annual Report & Accounts 2000-2001

Manfred Treber, 19.11.02


zuletzt geändert am 3.1.03