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Germanwatch-Erfolgsgeschichte: Transparenz für mehr Nachhaltigkeit

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Vor etwas mehr als fünf Jahren begann es bei einem von Germanwatch durchgeführten Erfahrungsaustausch mit Vertretern britischer Organisationen im kreativen Rahmen einer kirchlichen Akademie. Der Gedanke hatte etwas faszinierendes: Die Debatte um die Zukunft der Altersvorsorge in den Industriegesellschaften sollte mit Nachhaltigkeitsfragen verknüpft werden.

Heute hat langer Atem durch gezielte Gespräche und kontinuierliche Lobbyarbeit eine kleine Erfolgsgeschichte daraus werden lassen....

Nun müssen alle Pensionsfonds, Pensionskassen und betrieblichen Direktversicherungen jährlich offen legen, ob und wie sie ethische, ökologische und soziale Kriterien bei der Kapitalanlage berücksichtigen. Das entsprechende Gesetz ist am 29. August 2005 in Kraft getreten.

"Mehr Verbraucherschutz durch mehr Transparenz war eine der wichtigen Zielsetzungen dieser Gesetzesinitiative" kommentiert Klaus Milke, stellvertretender Vorsitzender von Germanwatch zufrieden. "Die Berichtspflicht wird das Vertrauen der Verbraucher in diese Anlageformen stärken.  Gleichzeitig kann nun jeder Mensch, der über seine ganz persönliche Altersvorsorge nachdenkt, diese mit einer gesellschaftlichen Zukunftsvorsorge verknüpfen. In Zeiten von sozialen und ökologischen Katastrophen wie "Katrina" und den auch auf UN-Ebene diskutierten weltweiten Armutsproblemen (Stichwort Millenium-Entwicklungsziele) ist dies ein überaus angemessener Ansatz."

Als guten Schritt nach vorne für nachhaltiges Investment in der betrieblichen Altersvorsorge bezeichnen auch andere Akteure und Anbieter von Nachhaltigkeitsprodukten im Finanzsektor die aktuelle Gesetzesänderung. Die Hoffnung: Die Transparenzregelung werde den Markt gezielt stimulieren und soziale, ethische und ökologische Aspekte im Anlagemanagement fördern. Dass diese Entwicklung für die Anbieter betrieblicher Altersvorsorgeprodukte keine wirtschaftlichen Nachteile mit sich bringt, zeigten die Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern, wie dem Vereinigten Königreich, Frankreich, Belgien oder Österreich.

Bereits seit dem Jahre 2001 gilt in Deutschland eine ethische, soziale und ökologische Berichtspflicht für Pensionsfonds. Nach den dortigen Erfolgen, ist die Berichtspflicht nun konsequent auch auf Pensionskassen und betriebliche Direktversicherungen ausgedehnt worden. Schon eine Studie des Bundesumweltministeriums aus dem Jahre 2003 hat dies als sinnvolle Weiterentwicklung empfohlen. Besonders zu begrüßen ist auch, dass die Verbraucher künftig noch vor dem Vertragsabschluss über die ethischen, sozialen und ökologischen Anlageziele informiert werden müssen. Gleichzeitig wurden bestehende Schlupflöcher behoben.

Welche Regierung auch immer regiert, - es ist unerlässlich, dass auf diesem Wege weitere  konstruktive Schritte erfolgen. Es ist zudem zu wünschen, dass möglichst viele Menschen nunmehr aktiv diese Informationen nutzen.

Die neue Transparenzregelung schafft Anreize für nachhaltiges Investment in gleichem Maße für Pensionsfonds, Pensionskassen und betriebliche Direktversicherungen.
 

Kontakt:

Klaus Milke
Germanwatch e.V.
Kaiserstraße 201
53113 Bonn
Telefon: 0228-60492-0, Fax: 49 (0)228-60492-19
milke@germanwatch.org
 

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zuletzt geändert am 23.9.05