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Arbeitstreffen

"Solidarität mit den Opfern des Klimawandels"

Zwischen Bewahrung der Schöpfung, globaler Gerechtigkeit und neuem Energieverhalten

Frankfurt/Main, 27.1.04

Veranstalter: Germanwatch
 

Weitere Informationen bei:

Britta Horstmann
Germanwatch e.V.
Dr.Werner-Schuster-Haus
Kaiserstr. 201
53115 Bonn
Tel. 0228-60492-22, Fax -19
horstmann@germanwatch.org
 

Ausgangslage  / Hintergrund

Klimawandel und Klimaschutz wurden bisher vor allem aus umweltpolitischer Sicht betrachtet und sind in den vergangenen Jahren in erster Hinsicht ein Thema der Umweltverbände gewesen. Wie die neuen wissenschaftlichen Berichte z.B. des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) und auch die Erfahrungsberichte aus immer mehr Regionen sehr deutlich zeigen, wird der Klimawandel aber vor allem für die besonders verletzliche Landbevölkerung in Entwicklungsländern immer mehr zu einer drängenden sozialen Frage. Bereits unter den heute gegebenen klimatischen Bedingungen stellen sich enorme Herausforderungen für die Entwicklungsländer z.B. hinsichtlich Ernährungssicherheit, im Umgang mit extremen Wetterereignissen u.ä.. Setzt sich der zur Zeit zu beobachtende Trend beim Klimawandel fort, werden sich die Anforderungen bei der Anpassung an den Klimawandel noch deutlich erhöhen.

Bekannt ist, dass die überwiegende Zahl der Menschen in Entwicklungsländern bisher relativ wenig zum Klimawandel beigetragen hat. Auch heute noch liegt der Ausstoß von Treibhausgasen der meisten Menschen in Entwicklungsländern bei einem 'Existenzminimum', d.h. sie verbrauchen lediglich lebensnotwendige Emissionen ("Überlebensemissionen"). Die Tatsache, dass die Hauptopfer des Klimawandels am wenigsten zu seiner Verursachung beigetragen haben, zeigt,  dass im Moment noch eine erhebliche Gerechtigkeitslücke besteht. Ein internationales Regime der Kompensation bzw.  Wiedergutmachung im Sinne des Verursacherprinzips liegt aber noch in weiter Ferne. Zwei maßgebliche Aufgabenbereiche stellen sich als Konsequenz angesichts des globalen Klimawandels. Erstens, die Reduktion von Treibhausgasen vor allem in Industrieländern (in den Hauptverursacher-Staaten) und zweitens die Wiedergutmachung und Unterstützung bei Anpassungsmaßnahmen an die Folgen des Klimawandels - vor allem in Entwicklungsländern -  durch die Hauptverursacher.

Bisher konzentrierten sich die Bemühungen auf internationaler Ebene, aber auch in einem Großteil der kirchlichen und entwicklungspolitisch aktiven Organisationen auf die Reduktion von Treibhausgasen. Inzwischen aber geht es in den internationalen Verhandlungen auch um die Unterstützung der Opfer des Klimawandels bei Anpassungsmaßnahmen. Und der Ökumenische Rat der Kirchen hat bei diesen Verhandlungen im Namen vieler kirchlicher Nord-Süd-Werke "Solidarity with Victims of Climate Change" (1) gefordert. Wie aber können kirchliche Werke und Organisationen und andere Nichtregierungsorganisationen diese Solidarität selber praktizieren?

Und was können sie beitragen zur Durchsetzung der politischen Forderung nach Solidarität, nach Wiedergutmachung für die Opfer und Unterstützung bei Anpassungsmaßnahmen an die Folgen des Klimawandels - vor allem in Entwicklungsländern - durch die Hauptverursacher? Inwieweit ist Klimagerechtigkeit im globalen Massstab verwirklichbar?

In einem ersten Gespräch hierzu trafen sich am 29.April 2003 einige umweltpolitischen Sprecher/ Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche und Brot für die Welt zu einem Austausch über Handlungs- und Lösungsmöglichkeiten in der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST), Heidelberg. Es wurde vereinbart, dieses Gespräch in erweitertem Kreis fortzusetzen.

(1) http://www.wcc-coe.org/wcc/what/jpc/climatechange.pdf. Die Materialsammlung  "Solidarität mit den Opfern des Klimawandels" ist auch gedruckt beim OeRK in Genf erhältlich: WCC/ COE, Marise Pegat-Toquet 150, rte. De Ferney, CH-1211, Genf 20, mpt@wcc-coe.org
 

Programm

Leitfragen:

  1. Welche Aktivitäten werden von den teilnehmenden Institutionen und Verbänden schon unternommen?
  2. Wie sehen vor allem die entwicklungspolitischen Institutionen die Forderung nach Klimagerechtigkeit im Blick auf die Entwicklungsländer? Welche strukturellen und politischen Maßnahmen wären notwenig?
  3. Wo sehen die Einzelnen weitere Handlungsmöglichkeiten?
  4. Welche Möglichkeiten der Vernetzung und gegenseitigen Unterstützung gibt es?
Ziel: Erarbeitung und Diskussion von konkreten Handlungsoptionen zur Verantwortungsübernahme, vor allem für die Folgen des Klimawandels

Moderation: Jobst Kraus (Akademie Bad Boll)

Ablauf:

11:00 Einführung zum bisherigen Prozeß und Vorstellungsrunde

11:20 Arbeitsphase zu den Leitfragen

Bericht und Austausch

1. Welche Aktivitäten werden von den teilnehmenden Institutionen und Verbänden schon unternommen?

Kurzbeiträge der TeilnehmerInnen

Analyse und weiteres Vorgehen:
2. Wie sehen vor allem die entwicklungspolitischen Institutionen die Forderung nach Klimagerechtigkeit im Blick auf die Entwicklungsländer? Welche strukturellen und politischen Maßnahmen wären notwenig?
3. Wo sehen die Einzelnen weitere Handlungsmöglichkeiten?
4. Welche Möglichkeiten der Vernetzung und gegenseitigen Unterstützung gibt es?
16:30 Zusammenfassung der Diskussion, Dr. Manfred Linz

Abschließende Kommentare der Teilnehmenden

17:30 Aufbruch
 

Die Veranstaltung wird gefördert von:



zuletzt geändert am 17.2.04