| Dialogveranstaltung
Die Reform der europäischen
Zuckermarktordnung:
Bonn, 25. Januar 2006, 10-17 Uhr Veranstalter: Germanwatch in Kooperation mit der Universität Hamburg >>
Dokumentation
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| Die verabredeten Regelungen zur
Zuckermarktreform lassen weitgehende Probleme befürchten: unklar ist,
welche Entwicklungsländer tatsächlich in die EU exportieren können
und wie das Einkommen der Kleinbauern dadurch beeinflusst wird. Wird der
Anbau von Zucker ein Mittel zur Armutsbekämpfung oder bedeutet die
Reform das Aus für die Zuckerindustrien in einigen AKP und LDC?
Unklar ist, wie viel Zucker die Europäische Union ab 2009 aus LDC und AKP importiert und welche Folgen dies für die europäischen Rübenanbauer hat. Die neuen Regeln könnten dazu führen, dass ab 2009 Importe aus LDC Staaten (auch über Dreieckshandel) die europäische Rübenproduktion stark zurückdrängen. Die Folge könnte sein, dass viele Rübenanbauer in der EU Einkommenseinbußen hinnehmen müssen. Die EU hat zugesichert, die neuen Regelungen bis 2014/15 nicht zu verändern. Das bedeutet erst einmal Planungssicherheit. Es könnte aber durchaus sein, dass wegen der möglicherweise hohen Importe aus den LDC ab 2015 die Preise für Zucker noch weiter gesenkt werden, mit den bekannten Folgen für die Einkommen der Zuckeranbauern in LDC, AKP und Europa. Ziel der Tagung ist es, die Situation in den LDC genauer zu analysieren und die wichtigsten Einflussgrößen für die möglichen Importmengen in die EU heraus zuarbeiten. Durch eine belastbare Analyse der Interessen der Investoren, Regierungen und Zuckerindustrien in den LDC und durch eine gute Prognose der Zuckerproduktion in diesen Ländern kann die Grundlage für eine weitere politische Bearbeitung gelegt werden. Die Tagung wird von Germanwatch in Kooperation der Universität Hamburg durchgeführt. In dem Zuckerdialog soll gemeinsam mit einer Vielzahl betroffener Akteure aus Zuckerindustrie, Landwirtschaft, Politik, Vertretern aus AKP und LDC eine tragfähige, entwicklungs-, umwelt- und agrarpolitisch nachhaltige Position zur Reform der Zuckermarktordnung und deren Umsetzung erarbeitet werden. Sie ist zugleich Grundlage für eine Workshopreihe der Universität Hamburg, bei der die oben genannten Themen vertieft werden. Dafür werden Annahmen der Teilnehmenden über die Entwicklung der Zuckerimporte in ein einfaches Computermodell überführt und Szenarien zur Folgenabschätzungen ermittelt. Die Szenarien werden gemeinsam interpretiert und aus den verschiedenen Blickwinkeln bewertet. Grundlage ist die gemeinsame und präzise Definition des Problems, dies soll auf dieser Veranstaltung geleistet werden. Sie sind herzlich eingeladen, daran mitzuarbeiten. |
Kontakt
Kerstin Lanje
Konferenzort InWEnt
Hintergrundinformationen zum Thema |