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Alma, die Dumping-Kuh

 


"Mit meiner Milch dürft ihr nicht so'n Mist machen!"
 

Das ist Alma.

Alma ist eine deutsche Milchkuh. Früher lebte sie auf einem Bauernhof, wurde zweimal am Tag gemolken und scherte sich nicht darum, was mit ihrer Milch geschah. Bis zu jenem Tag, der ihr Leben komplett verändern sollte...

Es war der Tag, an dem ihre entfernte Verwandte Rami aus Indien plötzlich vor der Stalltür stand, ziemlich ausgehungert und erschöpft.

"Ich bin den ganzen weiten Weg aus Indien gekommen, denn ich brauche Deine Hilfe, Alma!" sagte sie. "Bama, meine Bäuerin, musste mich verkaufen, denn sie hatte kein Geld mehr, um mich zu ernähren, geschweige denn um ihre eigene Familie zu ernähren. Und weißt Du, warum?"

"Nein, erzähl es mir!" rief Alma erschrocken.

"Weil eure Milch aus Europa bei uns in Indien so billig verkauft wird, dass unsere Bauern bei diesen Niedrigpreisen nicht mehr mithalten können! Hier in Europa wird einfach viel zu viel Milch produziert, aber nur mit Hilfe von viel Geld der EU. So etwas nennt man Subventionen. Auf jeden Fall muss diese viele Milch, die hier gar nicht getrunken wird, ja irgendwohin. So zum Beispiel auch nach Indien."

Alma war entsetzt. Dann wird also mit Hilfe der Europäischen Union viel zu viel Milch bei uns produziert. Und damit die, die nicht getrunken wird, nicht vernichtet werden muss, wird sie in anderen Ländern verkauft. Aber was sie da für einen Schaden anrichtet, das sah Alma jetzt am Beispiel ihrer Verwandten Rami und deren Bäuerin Bama, die kaum noch ihre Familie ernähren kann. Denn seit dort europäische Milch verkauft wird, kann sie von der Milchwirtschaft nicht genug Geld verdienen.

"Das geht ja auf keine Kuhhaut!" rief Alma wütend. "Eigentlich ist Milch als leckerer Fitmacher doch dafür da, meinen Kälbern und den Menschenkindern ein besseres Leben zu ermöglichen und nicht das Überleben von vielen Millionen Kühen und ihren Besitzerinnen und Besitzern in anderen Teilen der Erde  zu erschweren. Das kann ich auf gar keinen Fall hinnehmen!"

Alma packte ihre vier Mägen und machte sich auf zu Germanwatch. Wenige Tage später stand sie laut muhend vor dem Germanwatchbüro.

"So will ich nicht arbeiten. Mit meiner Milch darf keiner so einen Mist machen!" erklärte sie entschlossen. Und so stellten wir Alma kurzerhand als Maskottchen unserer Kampagne "Unterbieten Verbieten!" ein. Nun wird sie regelmäßig von all dem berichten, was sie im Zuge der Kampagne so erlebt.
 

>> Berichte von Almas Einsätzen
 


zuletzt geändert am 24.6.04