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Unterbieten Verbieten

Kein Dumping von Lebensmitteln!
 

Durch den Verkauf europäischer Lebensmittel unterhalb der tatsächlichen Produktionskosten werden lokale Marktpreise in den Entwicklungsländern unterboten. Die Folge: Kleinbauern werden ihrer Absatzmärkte und damit ihrer Einkommensgrundlage beraubt.

Die Produktion sehr vieler landwirtschaftlicher Güter (z.B. Baumwolle, Milch, Zucker, Getreide, Fleisch) in Europa oder den USA ist relativ teuer und damit eigentlich unwirtschaftlich. Um auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig zu sein und somit überhaupt exportieren zu können, werden in Industrieländern bestimmte Agrarprodukte und deren Export von den Regierungen so hoch subventioniert, dass sie unterhalb der eigentlichen Herstellungskosten verkauft werden können. Die Agrarmärkte in Entwicklungsländern werden dadurch mit gedumpten Billigprodukten überschwemmt.

Die Folgen dieser künstlichen Verbilligung sind verheerend: Sowohl lokale Preise als auch Weltmarktpreise werden unterboten und fallen ins Bodenlose, Märkte werden zerstört. Am meisten leidet darunter das schwächste Glied der Nahrungsmittelkette: Kleinbauern und deren Familien in Entwicklungsländern. Sie genießen nicht das Privileg eines geschützten Binnenmarktes. Die Lebensgrundlage der Ärmsten der Armen wird zerstört.

Entwicklungsländern muss deswegen innerhalb der WTO das Recht zugestanden werden, ihre Märkte gegen ein solches Dumping zu schützen. Mit der entsprechenden Reform der europäischen Agrarpolitik muss gleichzeitig das Problem an der Wurzel gepackt werden und indirekte und direkte Exportsubventionen müssen abgeschafft werden. Dafür setzt sich die Germanwatch-Kampagne "Unterbieten Verbieten" ein!

Um das zu erreichen, befinden wir uns in einem ständigen Dialog mit Politik und Wirtschaft, beobachten kritisch die Arbeit der Regierungen in Berlin und Brüssel und fördern durch Medien- und Öffentlichkeitsarbeit die Bereitschaft zu notwendigen Denk- und Strukturveränderungen.

Schon in den 90er Jahren kämpften wir erfolgreich gegen Dumping: damals wurde aufgrund unseres Protestes der EU-Export von gedumptem Rindfleisch nach Westafrika eingestellt!
 
 


zuletzt geändert am 24.6.04