Unter Kohärenz verstehen
wir, dass "alle an einem Strang ziehen" und die Politik dadurch keine entwicklungsschädlichen
Auswirkungen hat. In der europäischen Politik sollen sich die (Einzel)Politiken
der verschiedenen Mitgliedsstaaten und der EU-Kommission in ihrer Wirkung
ergänzen, zumindest aber nicht neutralisieren oder behindern. Die
Kohärenz ist als Gebot im EU-Vertrag von Maastricht verankert. Interessengegensätze
und Machtverhältnisse, bei denen die Länder des Südens nicht
ausreichend zu Wort kommen oder ignoriert werden, sind oft für Inkohärenz
verantwortlich. Weitere Ursachen sind die Unkenntnis oder Nichtberücksichtigung
der wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Auswirkungen von Politikmaßnahmen
und die fehlende Absprache der einzelnen Ressorts aufgrund von unzureichenden
Kommunikations- und Entscheidungsstrukturen. Mehr Kohärenz zwischen
Entwicklungs-, Agrar- und Handelspolitik kann zwar die Interessengegensätze
nicht aus der Welt schaffen, sie kann aber dazu beitragen, Lösungen
zu finden.
Siehe auch:
"Kohärenz
auf dem Prüfstand: Kann Europa mehr als Rindfleisch-Exportregelungen?"
Artikel vom GERMANWATCH-Geschäftsführer
Dr. Rainer Engels
3. Bonner entwicklungspolitisches
Symposium am 2.10.98