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GERMANWATCH-Forderungen zum Thema Agrarhandel

für die Koalitionsverhandlungen nach der Bundestagswahl 2002
 

Die neue Bundesregierung sollte in der nächsten Legislaturperiode bei den wegen der EU-Osterweiterung und der laufenden WTO-Agrarverhandlungen anstehenden Reformen der Europäischen Agrarpolitik folgende Punkte durchsetzen:

Development Box

1. Kurzfristig als Initiative für die 5. Ministerratstagung in Cancun:

Die Friedensklausel wird bis zum Abschluss der Doha-Runde verlängert. Die Entwicklungsländer (EL) erhalten das Recht, mit sofortiger Wirkung (unter dem WTO-Vertrag zu "Subventionen und Gegenmaßnahmen", Artikel 27: Sonder- und Vorzugsbehandlung für EL) Ausgleichszölle in Höhe des Subventionsanteils der Bauern in den Ursprungsländern in der OECD zu erheben (Anteil des Total Support Estimate am Bruttoproduktionswert der Landwirtschaft entsprechend OECD-Messung).
2. Längerfristig, als wichtiger Bestandteil des zukünftigen Agrarvertrages der WTO:
Die Bundesregierung setzt sich über die EU bei den WTO-Agrarverhandlungen für die Verwirklichung der "Development Box" ein, wobei die Stärkung der defensiven Rechtsinstrumente der EL im Grundnahrungs- und Kleinbauernsektor im Vordergrund stehen, mit gleichzeitigem beschleunigtem Zollabbau für Produkte von speziellem Interesse für EL und weitergehenden Zugeständnisse, das Dumping von Agrarprodukten aus OECD-Ländern auf EL-Märkte beschleunigt abzubauen.
Subventionen/subventionierte Exporte Marktzugang Standards Umwidmung der Agrarsubventionen Entwicklungsanliegen in die WTO FAO und Recht auf Nahrung


Ansprechpartner für Rückfragen: Rainer Engels, Tel. 0228-60492-15

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zuletzt geändert am 19.11.02